292-Millionen-Dollar-Diebstahl bei Kelp DAO erschüttert DeFi-Märkte und Aave
Emil Lange292-Millionen-Dollar-Diebstahl bei Kelp DAO erschüttert DeFi-Märkte und Aave
Schwerwiegende Sicherheitslücke bei Kelp DAO erschüttert DeFi-Sektor
Ein massiver Angriff auf Kelp DAO hat im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) für Aufruhr gesorgt. Bei dem Diebstahl im Wert von 292 Millionen US-Dollar blieb Aave, das größte Kreditprotokoll, mit geschätzten 196 Millionen US-Dollar an uneinbringlichen Forderungen zurück. Die Märkte reagierten umgehend: Der gesamte in Aave gebundene Wert (Total Value Locked, TVL) brach stark ein, und der Kurs des hauseigenen Tokens stürzte deutlich ab.
Der Angreifer entwendete 116.500 rsETH und nutzte diese als Sicherheit auf Aave V3, um sich Wrapped ETH (WETH) zu leihen. Da die geliehenen Mittel nicht zurückgezahlt werden konnten, entstand bei Aave ein Fehlbetrag von rund 196 Millionen US-Dollar. WETH machte dabei 39,49 % aller Kredite auf der Plattform aus – das am stärksten betroffene Pfand-Darlehens-Paar.
Aave reagierte, indem es die rsETH-Märkte auf den Versionen V3 und V4 einfror. Damit wurden weitere Einlagen der betroffenen Sicherheit blockiert. Gründer Stani Kulechov betonte, dass die Smart Contracts von Aave weiterhin sicher seien und das Problem bei den ausgenutzten rsETH-Tokens liege.
Die Folgen des Angriffs beschränkten sich nicht auf Aave. Andere DeFi-Plattformen wie SparkLend, Fluid, Lido Finance und Ethena ergriffen vorsorglich Maßnahmen, um ihre Risikoexposition zu begrenzen. Unterdessen stürzte der gesamte in DeFi gebundene Wert (TVL) branchenweit an einem einzigen Tag um 7 % ab – von 92 Milliarden auf 86 Milliarden US-Dollar.
Allein bei Aave sank der TVL von 26,4 Milliarden auf knapp 20 Milliarden US-Dollar, ein Verlust von 6,6 Milliarden. Auch der Governance-Token stkAAVE verlor 16 % an Wert, während die Unsicherheit wuchs. Zunächst hatte Aave angedeutet, das Umbrella-Sicherheitsmodul könnte die uneinbringlichen Forderungen abdecken. Später hieß es jedoch, man werde stattdessen "Wege zur Deckung des Defizits prüfen".
Der Angriff hinterlässt bei Aave eine erhebliche Finanzlücke und hat die Stabilität des gesamten DeFi-Sektors ins Wanken gebracht. Wie das Protokoll mit den uneinbringlichen Forderungen umgeht und ob weitere Schritte nötig sind, um das Vertrauen wiederherzustellen, wird sich in den kommenden Entscheidungen zeigen. Bis auf Weiteres bleiben die Handelsbeschränkungen bestehen, während sich die Lage weiterentwickelt.






