36 Jahre in den USA – doch diesem Ex-Marine wird die Staatsbürgerschaft verweigert
Emil Lange36 Jahre in den USA – doch diesem Ex-Marine wird die Staatsbürgerschaft verweigert
Paul Canton, ein ehemaliger US-Marine in den Fünfzigern, lebt seit 36 Jahren in den USA – doch eine Staatsbürgerschaft wurde ihm bis heute verweigert. Trotz ehrenhafter Dienstzeit scheiterte sein Antrag an einer Formalität: einer umstrittenen Auslegung seiner aktiven Dienstzeit. Nun hat der Fall juristische Kreise erreicht – eine Anwältin kämpft um politische Unterstützung, um seinen Status zu klären.
Geboren in Neuseeland und in Australien aufgewachsen, kam Canton erstmals als Austauschstudent in die USA. In den frühen 1990er-Jahren trat er den Marines bei, in der Annahme, sein Militärdienst würde ihm die Staatsbürgerschaft sichern. 1998 schloss er seine Dienstzeit mit einer ehrenhaften Entlassung ab – und glaubte, damit alle Voraussetzungen erfüllt zu haben.
Doch mit seinem Eintritt in die US-Streitkräfte verlor er automatisch seine australische Staatsangehörigkeit. Jahre später stellte er bei der Verlängerung seines Führerscheins fest, dass er nie die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Das Problem: Eine Regeländerung aus dem Jahr 1996 verhindert nun seine Einbürgerung, weil er in der Vergangenheit bei US-Wahlen abstimmte – in dem Glauben, bereits Bürger zu sein.
Canton hat keine Bindung mehr zu Neuseeland und hat seine Familie in Florida großgezogen. Seine Anwältin, Elizabeth Ricci, vertritt ihn ehrenamtlich und sucht nach politischen Lösungswegen. Warum sein Militärdienst nicht ausreicht, bleibt juristisch unklar – seit dem Golfkrieg 1991 gab es keine konkreten Richtlinienänderungen, die vergleichbare Fälle regeln.
Sein Schicksal offenbart eine Lücke im US-Einbürgerungsrecht für ehemalige Soldaten ohne dauerhaften Aufenthaltstitel. Trotz jahrzehntelangen Lebens in den USA, einer makellosen Militärkarriere und familiärer Verwurzelung bleibt seine Zukunft ungewiss. Nun hängt alles davon ab, ob rechtliche oder politische Initiativen die bestehenden Hürden überwinden können.






