08 June 2026, 00:00

50Hertz warnt: Zu viel Solarstrom überlastet Deutschlands Stromnetze und treibt Systemkosten hoch

Netzbetreiber warnt vor zu schnellem Ausbau der Solarenergie

50Hertz warnt: Zu viel Solarstrom überlastet Deutschlands Stromnetze und treibt Systemkosten hoch

Deutschlands Ausbau der Erneuerbaren führt zu billigem Strom – doch Netzbetreiber 50Hertz warnt vor neuen Herausforderungen

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Der starke Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland hat zu einem Überangebot an günstigem Strom geführt, mit häufigen negativen Preisen im Mai. Doch der Netzbetreiber 50Hertz warnt, dass die rasante Expansion – insbesondere bei der Solarenergie – neue Probleme schaffen könnte. Unternehmenschef Stefan Kapferer plädiert für einen ausgewogeneren Ansatz, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten und die Kosten im Griff zu behalten.

Kapferer, der seit 2019 die Geschäftsführung von 50Hertz innehat, ist für das Stromnetz in Berlin, Hamburg und Ostdeutschland verantwortlich. Zwar zeigten negative Strompreise, dass Erneuerbare Energie kostengünstig erzeugen könnten, doch das System sei noch nicht bereit für eine großflächige Integration, betont er.

Sein Hauptanliegen gilt dem rasanten Solarausbau. In Regionen wie Brandenburg übersteigt die installierte Leistung erneuerbarer Energien mit 17 Gigawatt den lokalen Bedarf von nur 3 Gigawatt bei Weitem. Hier wären zusätzliche Windparks sinnvoller als weitere Solaranlagen, so Kapferer. Er schlägt vor, in den nächsten fünf bis sechs Jahren den Fokus auf Windenergie zu legen, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden.

Nicht alle Gebiete stehen jedoch vor dem gleichen Problem. Städte wie Berlin und Hamburg profitieren von Solaranlagen, da hier der lokale Verbrauch gut mit dem Angebot übereinstimmt. Industrieregionen wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg können dagegen aufgrund ihres hohen Energiebedarfs noch weitere Kapazitäten aufnehmen.

Neben der Stromerzeugung betont Kapferer die Notwendigkeit, die Systemkosten im Griff zu behalten – etwa durch Netzausbau und Engpassmanagement, also die Umleitung von Stromflüssen zur Vermeidung von Überlastungen. Seine Warnung zielt nicht darauf ab, den Ausbau der Erneuerbaren insgesamt zu bremsen, sondern darauf, dass das Wachstum der Solarenergie mit den Netzkapazitäten Schritt halten muss.

Der Appell für einen kontrollierten Solarausbau kommt zu einer Zeit, in der Deutschland den schnellen Ausbau der Erneuerbaren mit der Netzstabilität in Einklang bringen muss. Kapferers Vorschlag sieht vor, in Regionen mit Überangebot vorrangig auf Windkraft zu setzen, während andere Gebiete weiterhin von Solarenergie profitieren können. Das Ziel bleibt klar: bezahlbare und zuverlässige Stromversorgung, ohne das System zu überlasten.

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