Aktionäre rebellieren gegen Millionen-Gehälter bei WPP und Pearson
Zwei britische Großkonzerne sehen sich mit massiver Kritik von Aktionären wegen überhöhtter Gehälter für ihre Vorstandsvorsitzenden konfrontiert. Cindy Rose, die neue Chefin des Werbekonzerns WPP, könnte bis zu 11 Millionen Pfund pro Jahr verdienen, während Omar Abbosh, Vorstandsvorsitzender des Bildungsverlags Pearson, ein Paket von potenziell 13 Millionen Pfund zugesichert bekam. Beide Vergütungsmodelle stoßen bei Investoren und Beratungsfirmen auf scharfe Ablehnung.
Bei WPP hatten die einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis die Aktionäre vor der anstehenden Hauptversammlung aufgefordert, Roses Gehaltsregelung abzulehnen. Die maximale Vergütung von 11 Millionen Pfund entspricht einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 8,9 Millionen Pfund. Die Investoren sind ohnehin verärgert: Die WPP-Aktie hat in diesem Jahr bereits 20 Prozent an Wert verloren – was die Debatte um überzogene Managergehälter weiter anheizt.
Bei Pearson stimmten kürzlich fast ein Viertel der Aktionäre auf der Hauptversammlung gegen das Gehaltspaket von Omar Abbosh. Beratungsfirmen hatten die 13 Millionen Pfund zuvor als „übertrieben“ bezeichnet. Trotz des Widerstands wurde der Vorschlag zwar angenommen, allerdings mit deutlicher Gegenstimme.
Die Konflikte zeigen die wachsenden Spannungen zwischen Aufsichtsräten und Investoren bei der Frage der Vorstandsvergütung. Die anstehende WPP-Hauptversammlung wird erweisen, ob sich die Aktionäre den Empfehlungen der Berater anschließen. Das Ergebnis bei Pearson hingegen beweist: Selbst bei starker Opposition können überhöhte Gehaltsregelungen durchgewinkt werden.






