Ampelkoalition plant Social-Media-Sperre für Kinder unter 14 Jahren – doch Hürden bleiben
Lina SeidelWie CDU und SPD die Expertenkommission umgingen - Ampelkoalition plant Social-Media-Sperre für Kinder unter 14 Jahren – doch Hürden bleiben
Die deutsche Ampelkoalition treibt strengere Kontrollen für den Zugang von Kindern zu sozialen Medien voran. SPD und CDU haben sich grundlegend auf neue Regeln geeinigt, darunter ein Verbot für unter 14-Jährige und verpflichtende Altersprüfungen. Eine Expertenkommission soll die Pläne nun konkretisieren – doch rechtliche Hürden und Vollzugslücken bleiben umstritten.
CDU und SPD hatten sich bereits Anfang dieses Jahres politisch auf eine Verschärfung der Sozialen-Medien-Regulierung verständigt. Ihr Vorschlag sieht vor, unter 14-Jährigen den Zugang zu Plattformen zu sperren und Altersverifikationen über die EU-EUDI-Wallet-App vorzunehmen. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf betont, dass diese Einigung mit der Arbeit der Expertenkommission übereinstimme – trotz Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit.
Die von Olaf Köller mitgeleitete Kommission befasst sich jedoch mit weit mehr als nur Altersgrenzen. Im Fokus steht auch die Förderung verantwortungsvollen digitalen Verhaltens bei jungen Nutzenden. Köller selbst warnt allerdings, dass die Koalitionspläne auf rechtliche Hindernisse und praktische Schwächen stoßen könnten.
Unterdessen zieht auch die EU die Zügel an. Nach bisher freiwilligen Richtlinien im Rahmen des Digital Services Act strebt sie nun einen einheitlichen EU-weitten Ansatz an. Auf Druck von Mitgliedstaaten wie Portugal und Frankreich wurde am 10. Februar ein neues Expertengremium zum Jugendschutz eingesetzt. Diese Gruppe soll bis zum Sommer harmonisierte Altersbeschränkungen vorschlagen.
Die Ergebnisse der deutschen Expertenkommission werden die endgültigen Regelungen prägen, während die parallelen EU-Bemühungen zusätzlichen Schwung verleihen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel in der Handhabung junger Nutzer durch soziale Plattformen. Rechtliche und technische Herausforderungen könnten den Prozess jedoch verzögern oder verändern.
AKTUALISIERUNG — 28.02.2026 19:00
EU's Grundlagen in der Altersverifikations-Technik gestalten Deutschlands Social-Media-Pläne
Die geplanten Social-Media-Einschränkungen der deutschen Koalition für Minderjährige unter 14 Jahren bauen auf EU-weiten Entwicklungen im Bereich des schutz der Privatsphäre bei der Altersverifikation auf. Wichtige Details sind:
- Das EU-weite 'Mini-Wallet'-System, das in fünf Ländern getestet wurde, ermöglicht das Nachweisen des Alters ohne Offenlegung persönlicher Daten
- Piloten in Frankreich, Dänemark und Italien zeigen, dass die Technologie mit nationalen Ausweisen, Bankprüfungen oder biometrischer Altersbestimmung funktioniert
- Deutsche Telekom und Scytáles entwickeln nun die Integration des EUDI-Wallet, wobei sie den Kinderschutz in ihrem EU-geförderte Projekt priorisieren
Neue Herausforderungen für Deutschlands Altersverifikationsplan für Social Media
Das von der Koalition vorgeschlagene Altersverifikationssystem steht vor neuen Hindernissen, während Details zur Umsetzung bekannt werden. Wichtige Entwicklungen sind:
- Die Einführung der EUDI-Wallet in Deutschland ist nun für frühes 2027 geplant, was eine Lücke zwischen dem Koalitionsvorschlag von Februar 2026 und der tatsächlichen technischen Verfügbarkeit schafft.
- Die freiwillige Nutzung der EUDI-Wallet nach EU-Recht könnte mit den verpflichtenden Verifikationsanforderungen der Koalition in Konflikt geraten.
- Die Altersverifikation gilt nun auch für 16-Jährige und älter, nicht nur für unter 14-Jährige, als Teil breiterer regulatorischer Diskussionen.