Angela Rayners skurrile Rugby-Reise mit Labour-Kollegen sorgt für Aufsehen
Hannah RichterAngela Rayners skurrile Rugby-Reise mit Labour-Kollegen sorgt für Aufsehen
Eine parlamentarische Rugby-Reise nach Frankreich im Jahr 2008, organisiert vom damaligen Labour-Abgeordneten Paul Farrelly, nahm eine ungewöhnliche Wendung. Die als Teambuilding-Maßnahme geplante Fahrt war geprägt von skurrilen Vorfällen – mit Streichen, Verletzungen und einem verlorenen Teddybären, der nach Winston Churchill benannt war. Jahre später ist die Reise nun wieder in den Fokus gerückt, und zwar im Zusammenhang mit den jüngsten Führungsambitionen von Angela Rayner in der Labour-Partei.
Die Reise war von Paul Farrelly arrangiert worden, der damals den Wahlkreis Newcastle-under-Lyme vertrat und gut vernetzt in Labour-Kreisen war. Als ehemaliger Koordinator des englischen Rugby-Verbands Rugby Football Union nutzte er seine Kontakte in der Sportbranche, um die Exkursion zu sponsern. Zu den Teilnehmern zählten Angela Rayner, ihr damaliger Freund Sam Tarry und ein weiterer ehemaliger Labour-Abgeordneter.
Während des Aufenthalts stürzte Farrelly auf der Straße und verletzte sich am Kopf. Ein weiterer Teilnehmer trug ebenfalls eine Platzwunde davon, nachdem er im Rahmen einer scheingerichtlichen Verhandlung mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt worden war. Tarry hatte den Streich inszeniert und eine "Gerichtsverhandlung" organisiert, die damit endete, dass Farrelly vor einer Kneipe vorgeführt wurde.
Die Eskapaden der Gruppe endeten damit nicht. Rayner rief Nicholas Soames, den Enkel Winston Churchills, an, um ihm mitzuteilen, dass sie das Maskottchen der Reise verloren hätten – einen Teddybären namens Winston. Das von Farrelly in der Nähe des Schlosses von Versailles organisierte Abendessen trug weiter zum skurrilen Charakter der Reise bei. Für 50 Euro pro Person gab es Spam, Tomaten und Brot.
Farrelly, der dem Geheimdienst- und Sicherheitsausschuss angehörte und Verbindungen zu französischen Sozialisten pflegte, nutzte seine Kontakte in der Labour-Partei und der Sportwelt, um die Reise zu gestalten. Heute gilt sie als eine der kuriosen Fußnoten der politischen Geschichte.
Die bizarre Reise ist wieder in Erinnerung gerufen worden, nachdem Angela Rayner am Dienstag eine Rede gehalten hatte, die weithin als Startschuss für eine Kandidatur um den Parteivorsitz gewertet wird. Ihre Kritik an den Immigrationsplänen der Regierung markierte dabei einen thematischen Schwenk. Unterdessen bleibt die Rugby-Tour von 2008 ein denkwürdiges – und ungewöhnliches – Kapitel in der Geschichte der Labour-Partei.






