30 March 2026, 16:01

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

Offenes Buch mit dem Titel 'Die Lieblingslieder in der Oper', das Notenblätter mit Text und Musiksymbolen zeigt.

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin

An der Berliner Staatsoper feierte am 29. März 2026 eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Vorstellung löste im Theater begeisterten Applaus aus, während draußen laute Proteste zu hören waren. Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen gegen die in Russland geborene Sängerin.

Die fast dreistündige Aufführung erhielt stehende Ovationen für Netrebko und das Ensemble, besonders für ihre Darstellung der Amelia. Doch vor dem Gebäude riefen Protestierende Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Ähnliche gespaltene Reaktionen hatte es bereits Anfang 2026 an der Wiener Staatsoper bei Nabucco gegeben, wo es Berichte über umstrittenes Buhen gab.

Die Kritik an Netrebko verschärfte sich nach Russlands Überfall auf die Ukraine 2022, nicht zuletzt wegen ihrer früheren öffentlichen Auftritte in Russland. Besonders ihre Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml wurde zum Kristallisationspunkt der Kontroverse. Zwar betonen ihre Vertreter, sie habe den Krieg verurteilt, doch in europäischen Kunstkreisen bleiben ihre angeblichen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin ein Streitpunkt.

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Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit dem Angriffskrieg unter anhaltender Beobachtung. Dennoch ziehen ihre Auftritte weiterhin begeisterte Fans an – eine Kluft zwischen künstlerischer Bewunderung und politischem Protest.

Die Premiere unterstrich die anhaltenden Spannungen um Netrebkos Karriere in Europa. Während ihr Gesangstalent unbestritten bleibt, zeigen die Proteste, wie sehr ihre vermuteten politischen Verstrickungen für Unbehagen sorgen. Die Debatte über ihre Auftritte scheint nicht abzureißen.

Quelle