Antibiotika-Mangel bei Kindern offiziell überstanden – Apotheken retten Versorgung
Lina SeidelAntibiotika-Mangel bei Kindern offiziell überstanden – Apotheken retten Versorgung
Der Mangel an flüssigen Antibiotika für Kinder ist offiziell beendet. Apotheker konnten während der Krise die Versorgung aufrechterhalten, indem sie individuell hergestellte Suspensionen vor Ort anmischten. Die Behörden bestätigen nun, dass die Lagerbestände wieder normal sind.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte am 19. April 2023 einen Versorgungsengpass bei kindgerechten Antibiotika-Suspensionen festgestellt. Betroffen waren unter anderem Erythromycin, Clindamycin, Cotrimoxazol und Cefuroxim. Da fertige flüssige Zubereitungen knapp wurden, stellten Apotheken auf Basis individueller Rezepte eigene Mischungen her.
Um stabile Suspensionen zu erzeugen, zerkleinerten die Apotheker den Wirkstoff zu feinem Pulver und vermischten ihn mit einer flüssigen TrägerSubstanz. Dadurch wurde Klumpenbildung verhindert und eine gleichmäßige Verteilung sichergestellt. Allerdings gestaltete sich die genaue Dosierung mitunter schwierig, wenn Tabletten als Ausgangsbasis dienten.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat inzwischen festgestellt, dass sich die Versorgungslage stabilisiert hat. Daraufhin wurde die offizielle Meldung über den Lieferengpass nach § 79 Absatz 5 des Arzneimittelgesetzes aufgehoben.
Flüssige Antibiotika für Kinder sind nun wieder flächendeckend verfügbar. Der Beirat für Versorgungssituationen und Lieferengpässe erwartet, dass sich die verbesserten Lagerbestände in den kommenden Monaten halten werden. Apotheken müssen keine Notfall-Suspensionen mehr anrühren, um die Lücken zu schließen.






