17 March 2026, 03:02

Apotheken protestieren bundesweit für faire Honorare und gegen Personalnot

Eine schwarze Oberfläche mit einem kleinen Glasfläschchen, das mit weißen Pillen gefüllt ist, neben einem Stück Papier mit dem Text "Vallonia Pulchella, F.F. Müller, Deutschland, Umgebung von Magdeburg, 1931".

Apotheken protestieren bundesweit für faire Honorare und gegen Personalnot

Apotheken in ganz Deutschland beteiligen sich am 23. März an einem bundesweiten Protest. Die von Apothekeninhabern und Berufsverbänden organisierte Aktion richtet sich an die Politik und prangert unhaltbare Zusagen bei Gebühren und Arbeitsbedingungen an. In Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Hannover und München sind Kundgebungen geplant.

Im Mittelpunkt der Proteste steht die Forderung nach einer sofortigen Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro pro Rezept. Die Organisatoren bestehen auf jährliche Anpassungen – wie im Koalitionsvertrag vorgesehen –, um weitere Schließungen zu verhindern und die lokale Arzneimittelversorgung zu sichern. Gleichzeitig lehnen sie Regierungspläne für "Apotheken ohne Apotheker" ab und betonen, dass eine durchgehende Vor-Ort-Betreuung für die Patientensicherheit unverzichtbar sei.

Ob eine Apotheke am Aktionstag schließt, entscheidet die jeweilige Leitung. Mitarbeiter können nicht zum Mitmachen gezwungen werden, müssen für die ausgefallenen Stunden aber trotzdem entlohnt werden. Arbeitgeber dürfen zwar Aufgaben stellen, die während der Schließung erledigt werden können, eine Nacharbeit der ausgefallenen Zeit ist jedoch nicht vorgesehen.

Trotz der Schließungen bleibt die Patientenversorgung über Notdienstapotheken gewährleistet. Der Protest spiegelt die wachsende Verärgerung unter Apothekenteams wider, die der Politik vorwerfen, versprochene Reformen nicht umzusetzen.

Mit der Aktion am 23. März wird der Druck auf die Abgeordneten erhöht, die Finanzierungs- und Personalprobleme im Sektor anzugehen. Apothekeninhaber warnen, dass ohne Kurskorrekturen weitere Schließungen den Zugang zu Medikamenten gefährden könnten. Das Ergebnis der Proteste könnte künftige Verhandlungen über Gebühren und Regularien beeinflussen.

AKTUALISIERUNG

Kleinere Städte schließen sich landesweiten Apotheken-Schließungen im Protest an

Apotheken in Vilsbiburg (Bayern) und Dorsten (Nordrhein-Westfalen) werden am 23. März komplett geschlossen, wobei alle lokalen Apotheken zusammenarbeiten, um die Wirkung der Protestaktion zu verstärken.

  • In Vilsbiburg bestätigten vier Apotheken einen einheitlichen Schließung, wobei sie auf gemeinsame Aktionen hinwiesen.
  • Der Inhaber Mathias Schwinghammer sagte: 'Uns steht das Wasser bis zum Hals. Die lange erwartete Ehrenerhöhung muss endlich durchgesetzt werden.'
  • Ähnliche volle Teilnahme wird in Dorsten geplant, was die regionale Solidarität über die großen Städte hinaus unterstreicht.
Quelle