20 April 2026, 12:34

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe – und die Debatte geht weiter

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Stuhl sitzend und einem ernsten Gesichtsausdruck sowie einer Frau danebenstehend, die nachdenklich aussieht, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf der Seite.

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe – und die Debatte geht weiter

Die ARD hat ihr Literaturformat Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus gegenüber Moderator Denis Scheck verteidigt. Auslöser der Debatte waren Kritik von Autorinnen, die seinen scharfen Rezensionsstil als frauenfeindlich brandmarkten. Der Sender betont, dass das Geschlecht bei Buchbewertungen keine Rolle spiele.

Die Kontroverse begann, nachdem Scheck, der langjährige Gastgeber der Sendung, Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy besprochen hatte. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Buch als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy reagierte später in der Zeit und kündigte an, eine solche herablassende Behandlung nicht länger hinzunehmen.

Schecks Rezensionen sind für ihre Kürze und schonungslose Direktheit bekannt. Bücher, die ihm missfallen, lässt er während der Sendung symbolisch durch eine Rutsche in einen Mülleimer gleiten. Er beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Texte beziehe – nicht auf die Autor:innen oder deren Leser:innen.

Auch Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und verurteilte in einem Zeit-Essay sowohl Schecks Vorgehen als auch die Rolle der ARD, die dies ermöglicht habe. Unterdessen prüfte der Sender intern die jüngste Folge und kam zu dem Ergebnis, dass Scheck tatsächlich mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert hatte.

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Die ARD bekräftigte ihr Bekenntnis zur Gleichberechtigung im Programm und betonte, dass die literarischen Leistungen von Frauen wertgeschätzt würden und Misogynie in Druckfrisch keinen Platz habe.

Die Stellungnahme des Senders erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über Literaturkritik und geschlechtsspezifische Voreingenommenheit weitergeht. Die Verteidigung von Druckfrisch durch die ARD unterstreicht deren Position, dass Bewertungen fair und unabhängig vom Geschlecht der Autor:innen erfolgen sollen. Doch die Debatte ebbt nicht ab – Autor:innen und Kritiker:innen äußern weiterhin ihre Bedenken.

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