Armenien signalisiert EU-Annäherung beim EPG-Gipfel in Jerewan
Achter Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan – Armenien rückt näher an die EU
In Jerewan hat der achte Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) stattgefunden – das größte internationale Ereignis in Armenien seit der Unabhängigkeit des Landes. Die Staats- und Regierungschefs trafen sich, um über die Krisen zu beraten, vor denen Europa steht, doch das Forum bleibt informell und ohne verbindliche Beschlüsse. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nutzte die Gelegenheit, um eine einheitlichere EU-Haltung in den Bereichen Sicherheit, Energie und Migration zu fordern.
Meloni kritisierte die zersplitterten Reaktionen Europas auf globale Herausforderungen und plädierte für eine systematische Strategie statt isolierter Einzelmaßnahmen. Sie betonte, die EU müsse von reaktiven Schritten zu einer proaktiven Krisenbewältigung übergehen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Mittelmeerraum, wo sie mehr Aufmerksamkeit für die südliche Nachbarschaft der Union einforderte.
Doch der EPG-Gipfel zeigte einmal mehr seine bekannten Grenzen: Es gab keine formalen Abkommen zu der Ukraine, neuen Energieinitiativen oder konkreten Vernetzungsprojekten. Als informelles Format bringt die Gemeinschaft politische Erklärungen hervor, verfügt jedoch über keine Mechanismen zur Durchsetzung oder exekutiven Entscheidungsfindung.
Armeniens Rolle als Gastgeber unterstrich die wachsende Distanz des Landes zu Russland. Das Land orientiert sich zunehmend an europäischen Prioritäten und nutzte den Gipfel, um seinen Kurswechsel in Richtung EU zu signalisieren. Frühere EPG-Treffen in Prag, Chișinău und Granada folgten einem ähnlichen Muster: symbolträchtige Zusammenkünfte mit breiten politischen Botschaften, aber ohne verbindliche Ergebnisse.
Der Gipfel in Jerewan festigte den Charakter der EPG als Diskussionsplattform eher denn als Entscheidungsgremium. Melonis Forderungen nach einer besser abgestimmten EU-Politik stachen hervor, doch unmittelbare politische Veränderungen blieben aus. Armeniens Ausrichtung des Treffens unterstrich seinen strategischen Schwenk nach Europa, während die Veranstaltung selbst die Tradition der EPG bewahrte: Dialog statt Handlung.






