Aschendorff verkauft Zeitungsdivision an Rheinische Post – Ende einer 300-jährigen Ära
Hannah RichterAschendorff verkauft Zeitungsdivision an Rheinische Post – Ende einer 300-jährigen Ära
Der traditionsreiche Verlag Aschendorff, der auf eine 300-jährige Geschichte zurückblickt, hat seine Zeitungsdivision an die Rheinische Post Mediengruppe verkauft. Zum Deal gehören bekannte regionale Titel wie die Westfälischen Nachrichten in Münster und das Westfalen-Blatt in Bielefeld. Zusammen verfügen diese Blätter über eine bezahlte Auflage von rund 152.300 Exemplaren.
Die Verhandlung wurde von Benedikt und Eduard Hüffer geführt, den Mehrheitseignern von Aschendorff. Statt den höchsten Gebotspreis anzustreben, legten sie Wert auf einen Käufer, dessen Werte mit den ihren übereinstimmten – eine konservativ-liberale redaktionelle Ausrichtung und ein ausgeprägtes gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein. Trotz Interesse anderer Medienhäuser wie Funke und Mediahuis kam es zu keiner Bieterkonkurrenz. Stattdessen blieben die Gespräche exklusiv und unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit der Rheinischen Post.
Den Hüffers war es zudem wichtig, Unruhe unter den Mitarbeitenden zu vermeiden. Sie fürchteten Gegenwehr, falls der Verkauf vor dem Abschluss öffentlich geworden wäre. Zwar wurden die finanziellen Details nicht bekannt gegeben, doch steht fest: Die Gewinnmaximierung war nicht das Hauptziel. Der Deal bedarf noch der Genehmigung durch das Bundeskartellamt, doch Insider rechnen mit einer zügigen Entscheidung.
Unklar bleibt vorerst das künftige Verhältnis zwischen der Rheinischen Post und den neu erworbenen Titeln. Die redaktionelle Unabhängigkeit war den Verkäufern ein zentrales Anliegen – wie sich dies unter der neuen Führung gestalten wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Der Verkauf markiert das Ende einer Ära für Aschendorff, einen Verlag mit tiefen historischen Wurzeln. Die Rheinische Post übernimmt nun einflussreiche Zeitungen im Münsterland und in Ostwestfalen. Die nächsten Schritte hängen von der kartellrechtlichen Freigabe und davon ab, wie die neuen Eigentümer die Integration dieser lang etablierten Titel gestalten werden.






