Bangladesch kämpft mit schwerer Treibstoffkrise und politischen Forderungen nach Reformen
Emil LangeBangladesch kämpft mit schwerer Treibstoffkrise und politischen Forderungen nach Reformen
Bangladesch steht vor einer schweren Treibstoffkrise, die nach Angaben von Oppositionsführern mit den jüngsten Angriffen auf den Iran zusammenhängt. Die Jamaat-e-Islami, die größte islamistische Partei des Landes, fordert von der Regierung dringende Maßnahmen, um die Versorgungsengpässe und die wirtschaftliche Instabilität zu bekämpfen. Die Forderungen wurden während einer öffentlichen Diskussion in der Hauptstadt Dhaka erhoben, bei der hochrangige Vertreter die Krisenbewältigung der Regierungspartei scharf kritisierten.
Bei einer von der Dhaka-Süd-Abteilung der Jamaat organisierten Versammlung machte der Parteiführer Shafiqur Rahman die Treibstoffknappheit für die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran verantwortlich. Er warnte, die Krise behindere den Transportsektor und die Industrie in ganz Bangladesch. Rahman, der auch als Oppositionsführer im Parlament fungiert, warf der Regierung vor, es versäumt zu haben, stabile Treibstofflieferungen für Fahrzeuge und Unternehmen zu sichern.
Die Regierung hat mit Notfallmaßnahmen reagiert: Die Behörden führten eine Treibstoffrationierung ein, drosselten die industrielle Produktion und verhängten landesweite Stromabschaltungen, um Energie zu sparen. Universitäten verlegten ihre Ramadan-Feiertage vor, und die Unabhängigkeitsfeiern am 26. März wurden eingeschränkt – unter anderem mit reduzierter Festtagsbeleuchtung.
Rahman forderte die regierende Bangladeschische Nationalistische Partei (BNP) auf, einen Dialog aller Parteien zu initiieren, um die Krise zu bewältigen. Er drohte mit Straßenprotesten, falls die Regierung die "Nationale Juli-Charta" – ein Paket politischer Reformen – nicht im Parlament verankere. Oli Ahmed, Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei, unterstützte diese Forderung und rief Premierminister Tarique Rahman auf, die Charta umgehend umzusetzen.
Mia Golam Parwar, Generalsekretär der Jamaat, kritisierte die Führung des Landes dafür, die Rechte der Bürger in 53 Jahren Unabhängigkeit vernachlässigt zu haben. Die Diskussion im Nationalen Presseclub von Dhaka wurde von Abdus Sabur Fakir, dem stellvertretenden Parteivorsitzenden, geleitet.
Die Treibstoffkrise zwingt Bangladesch zu strengen Energiesparmaßnahmen, die den Alltag und die Wirtschaft belasten. Der Druck auf die Regierung wächst durch die Forderungen der Jamaat-e-Islami nach politischem Dialog und Reformen, während die Versorgungsengpässe anhalten. Bisher haben die Behörden keine weiteren Schritte zur Behebung der anhaltenden Instabilität angekündigt.






