Bayer setzt auf USA – und warnt Europa vor drohendem Innovationsrückstand
Mila VoigtBayer setzt auf USA – und warnt Europa vor drohendem Innovationsrückstand
Bayer verlagert seinen Fokus auf die USA – und warnt Europa vor Rückstand
Der Pharmakonzern Bayer setzt zunehmend auf den US-Markt, da das Unternehmen erwartet, dass die Vereinigten Staaten bald sein größter Absatzmarkt werden. Dieser strategische Schwenk erfolgt vor dem Hintergrund steigender Umsätze und einer branchenweiten Umstrukturierung. Gleichzeitig warnt der Konzern, dass Europa den Anschluss verlieren könnte, wenn sich die Rahmenbedingungen für Arzneimittelpreise und Marktzugang nicht verbessern.
Der Pharmabereich von Bayer trägt mittlerweile fast 40 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei. Allein in den USA wachsen die Verkäufe jährlich um über zehn Prozent – ein Grund, warum der Konzern seine Aktivitäten dort ausbaut. Neue Produkte wie Nubeqa und Kerendia treiben diese Expansion voran und helfen Bayer, die Verluste durch abgelaufene Patente zu kompensieren.
Das Unternehmen behauptet, über die stärkste Entwicklungs-Pipeline seiner Geschichte zu verfügen, mit potenziellen Blockbuster-Medikamenten, die noch in diesem Jahrzehnt auf den Markt kommen sollen. Doch Stefan Oelrich, der Chef der Bayer-Pharmasparte, betont, dass die USA nicht die gesamten globalen Forschungs- und Entwicklungskosten tragen sollten. Seine Äußerungen folgen auf Kritik des früheren US-Präsidenten Donald Trump, der wiederholt auf die Preisdifferenz zwischen amerikanischen und europäischen Medikamenten hingewiesen hatte.
Bayers Warnung gilt auch für Europa: Hier behindern langsame Zulassungsverfahren für Patienten und komplizierte Erstattungsregeln die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Der Konzern argumentiert, dass höhere Arzneimittelpreise in Europa notwendig sein könnten, um den Markt für innovative Therapien attraktiv zu halten. Diese Position ähnelt der jüngsten Forderung von Eli Lilly, das vor einer Ausweitung seiner Investitionen in Großbritannien höhere Zahlungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS verlangt hatte.
Bayers Fokus auf die USA spiegelt einen branchenweiten Trend wider. Das Wachstum des Unternehmens hängt zunehmend von den US-Verkäufen und der Markteinführung neuer Medikamente ab. Ohne Anpassungen bei den Preisen droht Europa in den kommenden Jahren weniger Zugang zu innovativen Arzneimitteln – und eine Verlangsamung des medizinischen Fortschritts.






