05 May 2026, 04:02

Berlin kämpft um inklusiven Unterricht für Tausende Schüler:innen mit Behinderungen

Whiteboard mit der Aufschrift "Unsere Mission: Bildung zugänglich machen"

Berlin kämpft um inklusiven Unterricht für Tausende Schüler:innen mit Behinderungen

Berlin steht vor einer drängenden Herausforderung in seinen Schulen: Tausende Schüler:innen mit Behinderungen erhalten kaum oder gar keinen Unterricht. Bis zum Jahr 2025 sind schätzungsweise 2.300 bis 2.800 Kinder und Jugendliche von verkürztem, unregelmäßigem oder vollständig ausfallendem Unterricht betroffen. Das Problem ist nun in den Fokus der Bildungsverwaltung gerückt, die kürzlich ihre erste Fachrunde zu Inklusion und Förderbedarf einberufen hat.

Letzte Woche startete die Senatsbildungsverwaltung die Initiative „Inklusion, Autismus und komplexer Förderbedarf“ – ein Runden Tisch, der langjährige Barrieren angehen soll, die Schüler:innen mit Behinderungen den Zugang zu einer vollständigen Bildung verwehren. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen sowie Schüler:innen im Autismus-Spektrum.

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Aktuelle Berichte nennen zentrale Hindernisse: einen Mangel an qualifiziertem Personal, zu wenige Rückzugsräume und Schwierigkeiten bei der Organisation zusätzlicher Betreuung. Trotz dieser Herausforderungen ist Berlin verfassungsrechtlich verpflichtet, allen Kindern und Jugendlichen eine diskriminierungsfreie Beschulung zu garantieren.

Doch das Ausmaß des Problems bleibt unklar. Die Ursachen für die Zugangsschwierigkeiten wurden bisher nie systematisch landesweit erfasst. Behörden betonen nun die Notwendigkeit einer einheitlichen, anonymisierten und regelmäßigen Dokumentation aller Fälle, in denen Schüler:innen von Bildung ausgeschlossen werden.

Die Bildungsverwaltung wird aufgefordert, das Thema priorisiert anzugehen und einen detaillierten Aktionsplan zu entwickeln. Dieser muss strukturelle Defizite beheben und gleichzeitig individuelle Lösungen für jede:n betroffene:n Schüler:in bieten.

Die Einrichtung des Runden Tisches markiert einen ersten Schritt, um die Bildungslücken für Schüler:innen mit Behinderungen in Berlin zu schließen. Ohne systematische Erfassung und gezielte Maßnahmen werden jedoch weiterhin Tausende Kinder auf Bildung verzichten müssen. Die nächsten Schritte der Senatsverwaltung werden entscheiden, ob diese Schüler:innen endlich gleichberechtigten Zugang zu Bildung erhalten.

Quelle