Berlin-Kreuzberg ehrt Widerstandskämpferin Eva Mamlok mit Platzumbenennung
Lina SeidelBerlin-Kreuzberg ehrt Widerstandskämpferin Eva Mamlok mit Platzumbenennung
Ein Platz in Berlin-Kreuzberg soll bald den Namen von Eva Mamlok tragen, einer jüdischen Widerstandskämpferin, die 1944 im Konzentrationslager Stutthof ums Leben kam. Die Bezirksverordnetenversammlung beschloss bereits im vergangenen Juni, den bisherigen Namen Blücherplatz zu ersetzen, der an einen preußischen Militärführer aus den Napoleonischen Kriegen erinnert.
Der Platz in der Nähe des Halleschen Tors ist derzeit nach Gebhard Leberecht von Blücher benannt, einem Feldmarschall, der für seine Kämpfe gegen Napoleon bekannt ist. Kritiker argumentierten, dass eine Militärpersönlichkeit aus dieser Epoche nicht mehr zum Charakter des Ortes passe. Stattdessen entschied sich der Bezirk, Mamlok zu ehren, die in Kreuzberg aufwuchs und sich gegen das NS-Regime engagierte.
Vor dem Haus in der Neuenburger Straße erinnern bereits Stolpersteine an Eva Mamlok und ihre Familie. Die Umbenennung soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, im Anschluss an die Wahlen zum Abgeordnetenhaus.
Der Name Blüchers bleibt dennoch im Viertel präsent, da die Blücherstraße ihren Namen behält.
Mit der Entscheidung rückt der Platz von einem Militärkommandeur des 19. Jahrhunderts in den Fokus einer lokalen Widerstandsfigur. Eva Mamloks Name wird künftig diesen Ort prägen – als Anerkennung ihres Einsatzes gegen die nationalsozialistische Unterdrückung. Die Umbenennung steht für ein breiteres Bestreben, die Opfer und Kämpfer jener Zeit zu würdigen.






