14 March 2026, 15:01

Berlin plant radikales Autoverbot im S-Bahn-Ring – was das für 30 % der Bürger bedeutet

Ein detaillierter alter Stadtplan eines Parkplatzes in Berlin, der den Aufbau, Text und einen Stempel zeigt, der den Standort angibt.

Ein Drittel der Berliner von möglichem Autoverbot betroffen - Berlin plant radikales Autoverbot im S-Bahn-Ring – was das für 30 % der Bürger bedeutet

Ein geplantes Autoverbot im Berliner Zentrum könnte den Verkehr für fast 30 % der Stadtbewohner grundlegend verändern. Die Initiative zielt auf Privatfahrzeuge innerhalb des S-Bahn-Rings ab, wo etwa jedes vierte in Berlin zugelassene Auto steht. Die Organisatoren benötigen nun bis zum 8. Mai 174.000 Unterschriften, um das Anliegen zur öffentlichen Abstimmung zu bringen.

Das Vorhaben sieht strenge Beschränkungen für den privaten Autoverkehr innerhalb des Rings vor. Nach einer vierjährigen Übergangsphase würden die meisten Straßen zu "autoreduzierten Zonen" umgewandelt, in denen Anwohnern nur noch zwölf Fahrttage pro Jahr gestattet wären. Der Parkraum an den Straßen innerhalb des Gebiets würde komplett entfallen, während gebührenpflichtige Parkzonen knapp außerhalb des Rings ausgeweitet würden.

Die Autodichte in den betroffenen Vierteln variiert stark: In manchen Stadtteilen kommen auf 100 Einwohner nur 13 Fahrzeuge, in anderen sind es bis zu 37. Im Schnitt liegt der Innenstadtbereich bei unter 20 Autos pro 100 Personen. Dennoch sind innerhalb des Rings etwa 24,5 % aller in Berlin zugelassenen Pkw angemeldet.

Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würde dies einen radikalen Wandel für die Mobilität von fast einem Drittel der Berliner Bevölkerung bedeuten. Als nächsten Schritt müssen die Initiatoren nun genug Unterstützung sammeln, um vor der Mai-Frist ein Referendum auszulösen.

Betroffen wären direkt etwa 29,5 % der Berliner und ein Viertel der privaten Autos der Stadt. Bei einer Annahme würden die Änderungen über vier Jahre schrittweise eingeführt und den Autoverkehr im Herzen der Hauptstadt drastisch einschränken. Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob die Kampagne die benötigten Unterschriften rechtzeitig zusammenbekommt.

AKTUALISIERUNG

Berliner Autofahrverbot-Kampagne sammelt 20.800 Unterschriften - noch weit von Ziel entfernt

Laut aktuellen Berichten hat die Initiative 'Verkehrsentscheid' bis zum 9. März 2026 insgesamt 20.800 Unterschriften beim Berliner Landeswahlamt eingereicht. Die Kampagne benötigt 174.000 gültige Unterschriften bis zum 8. Mai, um ein Volksbegehren über das Autofahrverbot auszulösen. Obwohl auch in Bezirksämtern weitere Unterschriften gesammelt wurden, sind die Organisatoren noch weit von ihrem Ziel entfernt. Im Sommer 2025 genehmigte das Verfassungsgericht die Initiative und ebnete thus den rechtlichen Weg für dieses Referendum.