09 June 2026, 06:00

Berlin verliert 1.700 Lehrkräfte – Schulen am Limit

Lehrerinnen- und Lehrermangel in Berlin - Viele treten freiwillig zurück

Berlin verliert 1.700 Lehrkräfte – Schulen am Limit

Berlins Schulen kämpfen mit wachsendem Lehrkräftemangel

Neue Zahlen zeigen, dass zwischen November 2024 und 2025 fast 1.700 Pädagoginnen und Pädagogen ihren Beruf verließen. Zu den Abgängen zählen Ruhestände, Kündigungen und auslaufende Verträge – eine zusätzliche Belastung für ein ohnehin schon überlastetes System.

Die Berliner Morgenpost veröffentlichte die Daten erstmals und unterstrich damit das Ausmaß der Krise. Bei rund 35.000 aktuell beschäftigten Lehrkräften in der Stadt stellen die Verluste eine erhebliche Herausforderung für die Schulen dar.

Insgesamt 232 Lehrerinnen und Lehrer kündigten in diesem Zeitraum. Die meisten von ihnen waren zwischen 30 und 45 Jahre alt und nannten hohe Arbeitsbelastung und Stress als Hauptgründe für ihren Schritt.

Weitere 957 Pädagoginnen und Pädagogen schieden aus, nachdem ihre befristeten Verträge ausliefen. Viele von ihnen waren entweder unter 35 oder über 60 Jahre alt – ein Zeichen dafür, dass es sowohl bei jüngeren als auch bei erfahrenen Kräften Schwierigkeiten gibt, sie langfristig zu halten. Zudem einigten sich 453 Lehrkräfte auf einvernehmliche Auflösungen ihrer Arbeitsverhältnisse, darunter Berufstätige in der Mitte ihres Werdegangs sowie solche, die kurz vor dem Ruhestand standen.

Fast 800 weitere gingen in den Ruhestand, was die Personaldecke weiter ausdünnte. Der Grünen-Politiker Louis Krüger kritisierte die Situation scharf und bezeichnete die Schularbeit als „überwältigende Herausforderung“. Er verwies auf steigende Verantwortungen und schrumpfende Personalzahlen als zentrale Problembereiche.

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Krüger richtete seine Kritik auch an die Bildungssenatorin, der er vorwarf, keine wirksamen Maßnahmen gegen den Mangel ergriffen zu haben. Das Fehlen von Handlungsinitiativen, so seine Argumentation, habe die Schulen ohne ausreichende Unterstützung zurückgelassen, um den täglichen Betrieb zu bewältigen.

Die Abgänge hinterlassen Berlin mit weniger Lehrkräften, obwohl der Bedarf weiterhin hoch bleibt. Die Schulen stehen nun vor der Aufgabe, Lücken zu schließen, während sie gleichzeitig mit größeren Klassen und höherer Arbeitsbelastung zurechtkommen müssen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen wird sich der Mangel voraussichtlich verschärfen und in den kommenden Jahren sowohl das Personal als auch die Schülerinnen und Schüler belasten.

Quelle