Berliner Hochschulen streichen Studiengänge: Sparmaßnahmen zwingen zur radikalen Umstrukturierung
Emil LangeBerliner Hochschulen streichen Studiengänge: Sparmaßnahmen zwingen zur radikalen Umstrukturierung
Berliner Hochschulen stehen vor drastischen Kürzungen: Sparzwang führt zur Schließung mehrerer Studiengänge
An der Humboldt-Universität zu Berlin wird das Winckelmann-Institut für Klassische Archäologie bis Mitte der 2030er-Jahre geschlossen, während die Universität der Künste (UdK) ihren Masterstudiengang „Sound Studies and Sonic Arts“ bis 2032 auslaufen lässt. Studierende und Mitarbeiter suchen nun verzweifelt nach Alternativen, bevor 2026 endgültige Entscheidungen fallen.
Die finanzielle Not an der Humboldt-Universität hat bereits Proteste von Archäologiestudierenden ausgelöst. Die Hochschule muss in den nächsten zwei Jahren 8 Millionen Euro einsparen, davon 1,5 Millionen im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften. Allein die Schließung des Archäologie-Instituts würde rund 900.000 Euro sparen.
Eine Arbeitsgruppe aus Studierenden und Professoren hat bis Juli Zeit, Vorschläge für Alternativen zur Schließung zu erarbeiten. Unterdessen planen Archäologiestudierende der Humboldt ein Treffen mit Kommilitonen der HTW Berlin, die kürzlich ihre eigenen Studiengänge in Konservierung, Restaurierung und Ausgrabungstechnik vor der Streichung retten konnten.
An der UdK endet der Master „Sound Studies and Sonic Arts“ nach dem Abschluss des aktuellen Jahrgangs 2032. Die Hochschule prüft, wie die inhaltlichen Schwerpunkte des Studiengangs in andere Lehrangebote integriert werden können. Eine endgültige Entscheidung über alle Umstrukturierungspläne wird im Herbst 2026 erwartet.
Die Schließungen werden das akademische Angebot in Berlin nachhaltig verändern – so verschwinden etwa die nordostafrikanischen Archäologieprogramme des Winckelmann-Instituts bis Mitte der 2030er-Jahre. Studierende und Lehrende haben zwar noch Zeit, Lösungen vorzuschlagen, doch die finanziellen Vorgaben bleiben unnachgiebig. Die Ergebnisse werden entscheiden, welche Studiengänge überleben und wie ihre Inhalte künftig weitergeführt werden können.






