09 June 2026, 14:00

Berliner Männer warten monatelang auf Hilfe gegen Gewaltbereitschaft

Kriminelle Arbeit Bleibt Unbehandelt

Berliner Männer warten monatelang auf Hilfe gegen Gewaltbereitschaft

Männer in Berlin müssen bei der Suche nach Hilfe gegen gewalttätiges Verhalten mit langen Wartezeiten rechnen. Zwei Beratungsstellen in der Stadt kommen mit der Nachfrage nicht mehr nach – bei einer betragen die Wartezeiten für Erstgespräche bis zu drei Monate. Die Situation wirft Fragen nach Lücken in der Täterarbeit auf.

Das Berliner Zentrum für Gewaltprävention (BZfG) nimmt aufgrund der hohen Nachfrage derzeit keine neuen Fälle mehr an. Gleichzeitig berichtet Samira Ciyow, Leiterin der Beratungsstelle Männerberatung gegen Gewalt, von einem Rückstau von mindestens drei Monaten für Ersttermine. Zudem läuft die Förderung für ihr Projekt bald aus, sodass dessen Zukunft ungewiss ist.

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Der Berliner Senat bereitet derzeit ein neues Gewaltschutzgesetz vor, das noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Doch im aktuellen Entwurf fehlt eine Finanzierung für Täterarbeit. Diese Lücke stößt bei den Grünen und der Linken auf Kritik, die sich für verbindliche Unterstützungsangebote einsetzen.

Nach dem geplanten Gesetz müsste der Beratungsdienst Wegweiser Gewalttäter an Hilfsprogramme vermitteln. Fachleute warnen jedoch, dass Verzögerungen beim Zugang die Wirksamkeit solcher Maßnahmen untergraben könnten. Studien zeigen, dass Betroffene besonders unmittelbar nach einem Vorfall offen für Veränderungen sind – dann ist eine schnelle Intervention entscheidend.

Mit nur zwei Beratungsinitiativen in Berlin steht das System unter enormem Druck. Ohne zusätzliche Mittel oder gesetzliche Verpflichtungen dürften sich die Wartezeiten kaum verkürzen. Die endgültige Fassung des Gewaltschutzgesetzes wird entscheiden, ob künftig mehr Unterstützung für Männer zur Verfügung steht, die ihr gewalttätiges Verhalten ändern wollen.

Quelle