11 June 2026, 16:00

Berlins Künstler verlieren ihre Ateliers – die Krise spitzt sich zu

Nicht nur ein Haus ist verloren

Berlins Künstler verlieren ihre Ateliers – die Krise spitzt sich zu

Berlins Künstlerinnen und Künstler stehen vor einer wachsenden Krise, da Atelierräume zunehmend verschwinden. Zwei vom Senatsressort für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt betriebene Atelierhäuser werden in den kommenden Monaten schließen – die Betroffenen müssen umziehen. Die Situation spiegelt einen generellen Mangel an bezahlbaren Arbeitsräumen in der Stadt wider.

Das Atelierhaus in der Wilsnacker Straße 62 in Moabit wird bis zum 1. November 2023 geräumt. Das Gebäude in der Brunnenstraße in Mitte folgt: Es muss bis zum 30. Juni 2024 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Der Mietvertrag für den Standort in der Brunnenstraße läuft aus, sodass den Künstlerinnen während und nach den Bauarbeiten kein Ersatzraum zur Verfügung steht.

Aktuell nutzen acht Frauen die sieben Ateliers im Brunnenstraßen-Gebäude. Stadtweit ist die Konkurrenz um Räume hart: Im Schnitt bewerben sich 170 Künstlerinnen und Künstler um ein einziges freies Atelier. Jedes dritte Atelierhaus in Berlin ist mittlerweile gefährdet, da viele Mietverträge dringend verlängert werden müssten.

Die Staatssekretärin für Kultur, Cerstin Richter-Kotowski, erkannte die Schwierigkeiten an. Sie verwies auf steigende Kosten und die Notwendigkeit einer strategischen Überprüfung des Förderprogramms für Ateliers. Die Schließungen sind Teil eines größeren Trends, der bezahlbare, funktionale Ateliers in Berlins Innenstadt immer seltener macht.

Für die betroffenen Künstlerinnen bleibt ungewiss, wohin sie wechseln können. Der Mangel an passenden Alternativen unterstreicht den Druck auf Berlins kreative Szene. Die Verantwortlichen haben zwar Handlungsbedarf erkannt – doch die Zahl der verfügbaren Ateliers schrumpft weiter.

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