30 March 2026, 16:01

Berlins Wohnungsnot bedroht Jugendzentrum Potse und Gemeinschaftsräume in der Zollgarage

Belebte Berliner Straße mit zahlreichen parkenden Taxis, Fußgängern auf dem Gehweg, Laternen, Bäumen, Gebäuden, fernem Bogen mit Statuen, Turm und bewölktem Himmel.

Berlins Wohnungsnot bedroht Jugendzentrum Potse und Gemeinschaftsräume in der Zollgarage

Berlins Wohnungsnot drängt langjährige Gemeinschaftsräume und Anwohner:innen an den Rand

Steigende Mieten und Kündigungen bedrohen immer mehr Einrichtungen wie das Jugendzentrum Potse, das nun mit einer Räumung aus seinem provisorischen Domizil in der Zollgarage konfrontiert ist. In der ganzen Stadt formieren sich Mieterinitiativen, um sich gegen Verdrängung zu wehren und bezahlbaren Wohnraum einzufordern.

Das Berliner Jugendzentrum Potse kämpft um seine Zukunft: In sechs Monaten läuft sein vorübergehender Mietvertrag in der Zollgarage aus, doch ein Ersatzstandort steht nicht in Aussicht. Langfristig strebt die Einrichtung einen Umzug ins geplante Haus der Jugend nahe dem Südkreuz bis 2030 an. Um die akute Krise zu bewältigen, veranstaltet Potse am 3. April um 16 Uhr in der Columbiadamm 10 ein Zweites Überlebensstrategie-Plenum.

Der Widerstand gegen Verdrängung gewinnt an Fahrt: Der Pankower Bezirksverband des Berliner Mietervereins ruft für Sonntag, den 31. März, um 12 Uhr zu einer Solidaritätskundgebung vor der Littenstraße 12–17 auf. Das Bündnis gegen "Eigenbedarf"-Kündigungen trifft sich unterdessen monatlich – das nächste Mal am 4. April um 14 Uhr in der Cuvrystraße 13/14 in Kreuzberg.

Auch andere Gruppen gehen in die Offensive: Das Bündnis "Berlin gegen Vonovia" organisiert am 31. März um 18:30 Uhr in der Hauptstraße 121a eine Versammlung, um überhöhte Mieten und überteuerte Nebenkostenabrechnungen anzuprangern. In Charlottenburg kämpft die Initiative MieterWerkStadt gegen Gentrifizierung und für stärkere Mieterschutzrechte – am 1. April um 18:30 Uhr in der Neuen Christstraße 8.

Berlins Wohnungsdruck betrifft nicht nur Privatwohnungen: Das Tempelhofer Feld, einst der Flughafen Tempelhof, wurde 2010 nach seiner Schließung 2008 zu einem 355 Hektar großen öffentlichen Park umgewandelt. Während in den ehemaligen Flughafengebäuden heute Kulturprojekte untergebracht sind, steht der Fortbestand vieler Gemeinschaftsräume wie Potse auf der Kippe – in einer Stadt, in der bezahlbare Alternativen immer seltener werden.

Ohne klare Lösung für Potses Umzug und angesichts explodierender Mieten, die Anwohner:innen bedrängen, intensivieren Mietergruppen ihren Widerstand. Versammlungen, Proteste und Strategietreffen zielen darauf ab, Gemeinschaftsräume und Wohnrechte zu verteidigen. In den kommenden Wochen wird die Mobilisierung weiter an Fahrt aufnehmen, während Berliner:innen für langfristige Stabilität in einer zunehmend unbezahlbaren Stadt kämpfen.

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