BfV-Bericht 2025: Rechtsextremismus wächst – doch die Straftaten sinken überraschend
Emil LangeBfV-Bericht 2025: Rechtsextremismus wächst – doch die Straftaten sinken überraschend
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat seine aktuellen Extremismuszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht zeigt bemerkenswerte Verschiebungen sowohl im rechtsextremen als auch im linksextremen Bereich sowie Veränderungen in anderen Extremismus-Kategorien.
Die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten stieg 2025 von 1.281 auf 1.395. Die Gesamtzahl der rechtsextremen Straftaten sank jedoch leicht von 37.835 auf 36.951. Gleichzeitig wuchs das „rechtsextreme Personenpotenzial“ von 51.500 auf 59.850 Personen. Innerhalb dieser Gruppe wurden 15.600 als Anhänger des gewaltbereiten Rechtsextremismus eingestuft.
Die Alternative für Deutschland (AfD) verzeichnete einen deutlichen Anstieg an Mitgliedern, die als potenziell rechtsextrem eingestuft wurden. Das BfV ordnete 2025 rund 28.000 AfD-Mitglieder dieser Gruppe zu – ein Plus von etwa 8.000 im Vergleich zum Vorjahr.
Auch der Linksextremismus zeigte einen spürbaren Anstieg. Die Zahl der potenziellen Linksextremisten stieg von 40.000 auf 44.450, wobei 11.600 als gewaltbereit gelten. Die gewalttätigen Vorfälle mit linksextremistischem Hintergrund nahmen um fast 61 Prozent zu und erreichten 2025 insgesamt 856 Fälle.
In anderen Extremismus-Kategorien gab es geringfügigere Veränderungen. Das Potenzial an Islamisten stieg um 1,2 Prozent auf 28.645 Personen. Die Zahl der dem „ausländerbezogenen Extremismus“ (nicht-islamistisch) zuzuordnenden Personen wuchs von 32.500 auf 33.850, wobei 22.000 als gewaltbereit eingestuft wurden.
Der BfV-Bericht 2025 zeichnet ein gemischtes Bild: Während rechtsextreme Gewalttaten und das Extremismus-Potenzial zunahmen, ging die Gesamtzahl rechtsextremer Straftaten zurück. Der Linksextremismus verzeichnete deutliche Steigerungen sowohl bei den Zahlen als auch bei den Gewalttaten. Andere Kategorien wiesen moderate Zuwächse in ihren jeweiligen Statistiken auf.
