Bithumb verschiebt Börsengang auf 2028 wegen regulatorischer Hürden und interner Krisen
Hannah RichterBithumb verschiebt Börsengang auf 2028 wegen regulatorischer Hürden und interner Krisen
Bithumb verschiebt Börsengang auf 2028
Eines der größten Kryptowährungsbörsen Südkoreas, Bithumb, hat seinen geplanten Börsengang (IPO) auf das Jahr 2028 verschoben. Ursprünglich wollte das Unternehmen Ende 2025 an die Börse gehen, sieht sich nun jedoch mit regulatorischen Hürden und internen Umstrukturierungen konfrontiert. Gleichzeitig hat die Plattform inmitten wachsender Konkurrenz und früherer betrieblicher Rückschläge an Marktanteilen eingebüßt.
Erstmals hatte Bithumb eine Notierung in der zweiten Jahreshälfte 2025 angestrebt. Doch wie Finanzvorstand Jeong Sang-gyun während der jährlichen Hauptversammlung bekanntgab, wird der Börsengang nun aufgeschoben. Das Unternehmen hat zudem eine Beratungsvereinbarung mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Samjong KPMG unterzeichnet, um die Vorbereitungen bis Ende 2027 zu verlängern.
Die regulatorischen Herausforderungen verschärften sich nach einem kostspieligen Fehler im Jahr 2023. Im Rahmen einer Werbeaktion hatte Bithumb versehentlich rund 620.000 Bitcoin – damals etwa 43 Milliarden US-Dollar wert – ausgezahlt. Die Financial Intelligence Unit verhängte daraufhin eine Strafe in Höhe von 36 Milliarden Won (rund 27 Millionen US-Dollar) und verfügte eine teilweise Aussetzung des Betriebs. Zudem prüft die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Supervisory Service) derzeit die internen Kontrollmechanismen und das Risikomanagement des Unternehmens.
Bithumbs Marktanteil schwankte in den letzten Jahren stark. Nach einem Rückgang von über 50 Prozent im Jahr 2023 auf etwa 20 bis 25 Prozent Anfang 2026 erholte sich die Börse 2025 kurzzeitig auf über 30 Prozent. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter Führungsskandale, Sicherheitslücken und der zunehmende Wettbewerb durch Upbit und Korbit. Für das Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 651 Milliarden Won (etwa 430 Millionen US-Dollar).
Vor dem Börsengang verschärft Bithumb nun seine Rechnungslegungsrichtlinien und interne Aufsicht. Die Verzögerung spiegelt die Bemühungen wider, regulatorische Bedenken auszuräumen und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Mit dem Aufschub verschiebt sich Bithumbs Börsendebüt um drei Jahre auf 2028. Strafen, betriebliche Fehltritte und sich wandelnde Marktbedingungen haben die Entwicklung des Unternehmens geprägt. Durch strengere Compliance-Maßnahmen will die Börse ihre Position stabilisieren, bevor sie an die Börse geht.






