Boric zieht Bilanz: Chiles jüngster Präsident übergibt an rechtsextremen Nachfolger
Lina SeidelBoric zieht Bilanz: Chiles jüngster Präsident übergibt an rechtsextremen Nachfolger
Chiles Präsident Gabriel Boric hat seine letzte Ansprache vor dem Amtsantritt seines Nachfolgers gehalten und dabei sowohl Fortschritte als auch Rückschläge während seiner vierjährigen Amtszeit bilanziert. Mit 40 Jahren bleibt er der jüngste Regierungschef, der seit Chiles Rückkehr zur Demokratie das Präsidentenamt verlässt. Sein Abschied leitet eine neue Ära unter José Antonio Kast ein, dem ersten rechtsextremen Staatschef des Landes seit Jahrzehnten.
Boric hatte 2022 im Alter von 36 Jahren sein Amt angetreten und umfassende Reformen versprochen. In seiner Abschiedsrede betonte er, Chile befinde sich heute "in besserer Verfassung als vor vier Jahren". Gleichzeitig räumte er Fehler ein, darunter die falsche Handhabung des Falls Monsalve sowie den umstrittenen Kauf des ehemaligen Wohnsitzes von Ex-Präsident Salvador Allende. Bedauern äußerte er auch darüber, dass es ihm nicht gelungen war, die Studierendenverschuldung abzuschaffen oder ein nationales Betreuungsprogramm für Kinder voranzutreiben – Scheitern, das er auf mangelnde politische Unterstützung zurückführte.
Trotz dieser Herausforderungen bekräftigte Boric sein Engagement für ein "gerechteres, würdevolleres und gleichberechtigteres" Chile. Er sicherte Kast eine reibungslose Amtsübergabe zu, dessen Vereidigung am 11. März 2026 einen radikalen politischen Kurswechsel einläutet. Kasts Programm Die Kraft des Wandels setzt auf die Wiederherstellung von Ordnung, den Abbau von Bürokratie und die Deregulierung der Wirtschaft. Sein Fokus auf Sicherheit und staatliche Stabilität steht im Kontrast zu Borics schwacher Wirtschaftsbilanz.
Kasts Aufstieg spiegelt die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Borics Regierung wider. Während Boric soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellte, konzentriert sich Kast auf Autorität, wirtschaftliches Wachstum und das, was er als Wiederherstellung von "Freiheit, Würde und Gerechtigkeit" bezeichnet. Der Wechsel markiert einen deutlichen Bruch mit der linkspolitischen Ausrichtung der vergangenen vier Jahre.
Borics Präsidentschaft endet mit gemischten Ergebnissen – manche Reformen stecken fest, andere blieben unvollendet. Kast übernimmt nun mit dem Auftrag, die Richtung des Landes grundlegend zu ändern. Der Übergang von einer linken zu einer rechtsextremen Führung wird Chiles politische und wirtschaftliche Landschaft in den kommenden Jahren prägen.
Kast's Inauguration Marks Chile's Radical Shift
Chile's political transition is now complete after José Antonio Kast took office on 11 March 2026, ushering in the country's first far-right presidency since democracy was restored. Key priorities include:
- Deregulation and bureaucracy cuts to boost economic growth
- A focus on security and state stability as central policy pillars
- Reversing Boric's left-leaning agenda, which faced worst economic rating in five presidential terms
- Kast's 'Force of Change' programme aims to restore 'freedom and dignity' through market liberalisation






