Britanniens Pubs kämpfen ums Überleben: Jede zwölf Stunden schließt eine Kneipe
Emil LangeBritanniens Pubs kämpfen ums Überleben: Jede zwölf Stunden schließt eine Kneipe
Britanniens Pub-Branche steckt in einer sich verschärfenden Krise: In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mussten 161 Gaststätten dauerhaft schließen – ein drastischer Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Schließungswelle unterstreicht die wachsenden finanziellen Belastungen für einen Sektor, der seit jeher als fester Bestandteil des britischen Lebens gilt.
Seit Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 haben bereits über 2.000 Pubs für immer ihre Türen geschlossen. Steigende Lohnkosten, höhere Steuern und sinkende verfügbare Einkommen setzen die Betreiber unter Druck und zwingen viele dazu, die Preise zu erhöhen. In London kostet ein Pint Bier mittlerweile über 10 Pfund, während der nationale Durchschnittspreis 2025 bei 4,83 Pfund lag.
Die finanzielle Not hat einen Teufelskreis in Gang gesetzt: Höhere Preise vertreiben die Gäste, sodass Wirte zunehmend Schwierigkeiten haben, ihre Ausgaben zu decken. Im Schnitt schließt alleine in Großbritannien derzeit alle zwölf Stunden ein Pub. Die jüngste Welle der Schließungen hat zudem rund 2.400 Arbeitsplätze gekostet – besonders betroffen sind junge Beschäftigte unter 24 Jahren.
Doch die Krise hat nicht nur wirtschaftliche Folgen: Sie bedroht eine kulturelle Institution. Pubs waren stets soziale Treffpunkte, doch explodierende Betriebskosten und rückläufige Besucherzahlen treiben immer mehr an den Rand des Ruins.
Das rasante Verschwinden der Pubs verändert das Bild der Innenstädte und lokaler Gemeinschaften. Angesichts der beschleunigten Schließungen drohen weitere Arbeitsplatzverluste und der Verlust einer Tradition, die tief in der britischen Kultur verwurzelt ist. Branchenverbände warnen, dass sich die Entwicklung ohne Gegenmaßnahmen im kommenden Jahr noch verschärfen könnte.






