Britische Agentinnen fordern mehr Unterstützung für behinderte Freiberufler im TV-Bereich
Mila VoigtBritische Agentinnen fordern mehr Unterstützung für behinderte Freiberufler im TV-Bereich
Zwei britische Agentinnen kämpfen für bessere Unterstützung behinderter Freiberufler im Fernsehen
Julie Fernandez und Sara Johnson, die einzigen Agentinnen, die ein von Menschen mit Behinderung geleitetes Inklusionsteam führen, haben einen dringenden Appell gestartet. Ihr neues Positionspapier unterstreicht den akuten Handlungsbedarf in einer Branche, in der die Repräsentation behinderter Menschen nach wie vor gering ist.
Fernandez und Johnson arbeiten seit zweieinhalb Jahren bei Casarotto Ramsay & Associates, wo sie prominente Klienten wie Steve McQueen und Stephen Frears vertreten. Parallel dazu haben sie ein Team von 24 Inklusionskoordinator:innen aufgebaut – Fachleute, die dafür sorgen, dass Fernsehproduktionen für behinderte Crewmitglieder und Schauspieler:innen barrierefrei sind. Ihre Koordinator:innen waren an großen Produktionen beteiligt, darunter Disney+’ Shardlake, die BBC-Serie Silent Witness und The Rapture mit Ruth Madeley in der Hauptrolle.
Das Duo bildet zudem Inklusionskoordinator:innen aus und qualifiziert sie für Einsätze in der gesamten Branche weiter. Trotz dieser Bemühungen beschäftigen weniger als 20 Prozent der britischen Fernsehproduktionen solche Expert:innen – obwohl Menschen mit Behinderung 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
Ihr Papier mit dem Titel „Freiberufler mit Behinderung stecken in der Krise – wir brauchen Ihre Hilfe“ wird an Produktionsleiter:innen und Sender verantwortliche verschickt. Darin argumentieren sie, dass die Anstellung einer Inklusionskoordinatorin für drei Drehtage etwa 1.500 Pfund kostet – nur 0,3 Prozent des durchschnittlichen Budgets einer Produktion. Das Dokument fordert Produzent:innen auf, diese Positionen in jedem Team zu verankern, um sowohl vor als auch hinter der Kamera Unterstützung zu gewährleisten.
Die Initiative reiht sich ein in größere Kampagnen wie The TV Access Project, das vom Adolescence-Mitautor Jack Thorne mitgegründet wurde. Das Projekt zielt darauf ab, Hindernisse für behinderte Talente in einer Branche abzubauen, in der Fortschritte nur zögerlich erfolgen.
Das Positionspapier erscheint als Teil einer wachsenden Bewegung für mehr Barrierefreiheit im britischen Fernsehen. Die Arbeit von Fernandez und Johnson zeigt, dass bereits kleine budgetäre Anpassungen einen echten Unterschied machen könnten. Angesichts der nach wie vor deutlich unterdurchschnittlichen Repräsentation behinderter Menschen in der Branche unterstreicht ihr Appell eine klare Chance zum Handeln.






