Britischer Beamter wegen umstrittenen Social-Media-Likes unter Druck
Ein Beamter des britischen Innenministeriums steht wegen seiner Aktivitäten in sozialen Medien unter Untersuchung. Atikur Rahman, der seit fast drei Jahren in der Behörde tätig ist, kandidiert für die Grünen im Wahlkreis Tyseley und Hay Mills in Birmingham. Nun prüfen offizielle Stellen seine Online-Aktivitäten, zu denen auch umstrittene Beiträge über die britische Politik und den Israel-Gaza-Konflikt zählen.
Besonders in den Fokus geraten sind Rahmans „Likes“ in sozialen Netzwerken. So markierte er einen Beitrag zum Gedenken an getötete Israelis als „lustig“. Zudem gefiel ihm ein Video, das behauptete, Israel „greife das Vereinigte Königreich an“, sowie ein weiterer Beitrag, der die Protestaktion des Künstlers Bob Vylan beim Glastonbury-Festival unterstützte.
Zu den von ihm positiv bewerteten Inhalten gehörten auch Kritik an der Visumpolitik der konservativen Regierung für Ehepartner sowie ein angreifender Kommentar gegen Sir Keir Starmer, den Vorsitzenden der Labour-Partei. Rahman interagierte außerdem mit einem Beitrag, der eine Gedenkveranstaltung für getötete Israelis verurteilte, während er gleichzeitig die palästinensische Befreiungsbewegung unterstützte. Ein weiterer „Like“ richtete sich gegen Suella Braverman, die ehemalige britische Innenministerin.
In seiner Funktion beim Innenministerium war Rahman mit der Umsetzung des von der konservativen Regierung ausgehandelten Abschiebeabkommens mit Ruanda betraut. Die Ermittlungen laufen nun parallel zu seinem Wahlkampf für ein lokales Amt unter der Flagge der Grünen.
Das Innenministerium hat ein internes Prüfverfahren zu Rahmans Verhalten eingeleitet. Seine Aktivitäten in sozialen Medien sowie seine politische Kandidatur werfen Fragen nach seiner Neutralität auf. Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus.






