09 June 2026, 08:00

Bundeswehr bleibt an Berliner Schulen – trotz scharfer Kritik von GEW und Linken

Senat setzt Regeln für Militärbesuche in Schulen

Bundeswehr bleibt an Berliner Schulen – trotz scharfer Kritik von GEW und Linken

Die Bundeswehr wird weiterhin Jugendoffiziere in Berliner Schulen entsenden, um über Sicherheits- und Militärthemen zu diskutieren. Dies folgt einer neuen Vereinbarung, die die langjährige Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften und dem Bildungssystem der Stadt formalisiert. Die Entscheidung hat sowohl Zustimmung als auch Kritik von politischen Gruppen und Gewerkschaften ausgelöst.

Seit 1958 bietet die Bundeswehr politische Bildungsveranstaltungen zu Friedens- und Sicherheitspolitik an. Jugendoffiziere besuchen Schulen, um die Rolle des Militärs zu erklären oder verteidigungspolitische Fragen zu erörtern. Die jüngste Vereinbarung schafft nun einen klaren Rahmen für diese Besuche, die bisher informell stattfanden.

Die Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch unterstützt die Kooperation und bezeichnet sie als wertvolle Ergänzung des schulischen Programms. Die Senatsverwaltung betont, dass Lehrkräfte kontroverse Themen neutral vermitteln müssen. Schülerinnen und Schüler sollen sich ihre eigene Meinung bilden, statt von den Referenten gelenkt zu werden.

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Kritik kommt von der Bildungsgewerkschaft GEW, die befürchtet, die Vereinbarung stärke den Einfluss der Bundeswehr an Schulen. Die Gewerkschaft warnt, Klassenzimmer könnten zu Räumen für indirekte Militärwerbung werden. Auch die Linke und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) haben sich gegen die Vereinbarung ausgesprochen.

Der neue Rahmen stellt sicher, dass Jugendoffiziere ihre Schulvorträge fortsetzen. Befürworter verweisen auf die lange Tradition militärischer Bildung im Unterricht. Gegner hingegen befürchten, dies könnte die Meinungsbildung der Schülerinnen und Schüler in einer Weise prägen, die den Streitkräften zugutekommt.

Quelle