27 April 2026, 20:02

CDU leitet Ausschlussverfahren gegen AfD-Kooperation in Biebesheim ein

Balkendiagramm, das die Konfliktmilderungsfinanzierung in Sudan zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

CDU leitet Ausschlussverfahren gegen AfD-Kooperation in Biebesheim ein

Die hessische CDU hat Disziplinarmaßnahmen gegen Mitglieder eingeleitet, die in Biebesheim am Rhein gemeinsam mit der AfD abgestimmt haben. Ausschlussverfahren wurden eingeleitet, nachdem eine gemeinsame Kandidatenliste für die Stellvertreterposten des Bürgermeisters eingereicht worden war. Der Schritt folgt einer umstrittenen Kommunalwahl, bei der ein AfD-Vertreter in den Gemeindevorstand gewählt wurde.

In Biebesheim am Rhein hatten CDU- und AfD-Vertreter zusammengearbeitet, um eine gemeinsame Liste für die Stellvertreterämter des Bürgermeisters vorzuschlagen. Dies geschah nach anfänglichen Meinungsverschiedenheiten, doch schließlich einigten sich beide Parteien auf eine gemeinsame Kandidatur. In der Folge wurde der AfD-Kandidat Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand gewählt.

Die Zusammenarbeit wurde maßgeblich von Ulrich Harth, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, vorangetrieben, der damit ein Stellvertreteramt für seine Partei sichern wollte. Die CDU hält acht der 31 Sitze im Gemeinderat, die AfD sechs. Ihre Kooperation war eine Reaktion auf eine konkurrierende Liste von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 Sitze innehaben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die CDU bezeichnete die gemeinsame Abstimmung später als "spontan und unabgestimmt" und betonte, sie verstoße gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Partei aus den Jahren 2018 und 2020. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born forderte eine "sofortige und entschlossene" Reaktion. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer bestätigte, dass Ausschlussverfahren eingeleitet worden seien und weitere Maßnahmen möglich seien.

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) ergab, dass in fast 19 Prozent von rund 5.000 inhaltlichen Kommunalabstimmungen zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 andere Parteien direkt mit der AfD kooperiert haben. Die Forschung zeigte zudem, dass fraktionslose Gemeinderäte und kleinere Parteien am ehesten bereit waren, mit der AfD zusammenzuarbeiten.

Die Ausschlussverfahren der CDU signalisieren eine klare Haltung gegen die Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene. Der Fall in Biebesheim am Rhein unterstreicht die anhaltenden Spannungen in der deutschen Kommunalpolitik. Weitere disziplinarische Schritte könnten folgen, während die Partei ihre internen Regeln durchsetzt.

Quelle