CDU will Straßenprostitution in Berlin verbieten – doch Kritiker warnen vor Folgen
Mila VoigtCDU will Straßenprostitution in Berlin verbieten – doch Kritiker warnen vor Folgen
Berlins CDU drängt auf flächendeckendes Verbot von Straßenprostitution – beginnend am Kurfürstendamm und Nollendorfplatz
Die Christdemokraten begründen ihren Vorstoß damit, dass der Strich Handel, Verwahrlosung und Belastungen für Anwohner fördere. Kritiker warnen hingegen, ein Verbot werde das Problem lediglich verlagern, statt es zu lösen.
Seit Langem klagen Bewohner in Mitte und Schöneberg über Straßenprostitution in der Nähe von Schulen, Kitas und Seniorenheimen. Gleichzeitig fordern sie konsequentes Vorgehen gegen öffentlichen Drogenhandel und Gewalt. Für den 25. Juni ist unter dem Motto „Unser Kiez, unser Zuhause“ eine Demonstration am Zwölf-Apostel-Kirchplatz geplant.
Die CDU argumentiert, dass Prostituierte Kinder mit Drogen, Gewalt und Ausbeutung konfrontierten. Dirk Stettner, CDU-Abgeordneter, pocht auf eine zügige Umsetzung des Verbots. Die Partei lehnt öffentliche Gelder für sogenannte „Serviceboxen“ oder Infrastruktur ab, die Zuhälterei Vorschub leisten könnte.
Die Opposition zeigt sich skeptisch: Anne Helm von der Linken warnt, ein Verbot werde die Sexarbeit nur in Parks oder Seitenstraßen verdrängen. Stattdessen fordert sie sichere Räume und Unterstützung. Die SPD-Politikerin Mirjam Golm betont, viele Frauen seien durch Armut oder Menschenhandel in der Prostitution gefangen – eine Verdrängung verschärfe ihre Notlage.
Auch Bahar Haghanipour von den Grünen teilt diese Bedenken: Ausweisungszonen würden das Problem lediglich verlagern. Sie plädiert für bessere Lebensbedingungen für Anwohner und Sexarbeiterinnen gleichermaßen. Golm (SPD) warnt zudem, dass Hilfsangebote die Betroffenen im Untergrund kaum noch erreichen könnten.
Die CDU will das Verbot per Rechtsverordnung durchsetzen – zuständig wäre Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Die Senatsinnenverwaltung betont jedoch, dass eine Abstimmung mit anderen Ressorts nötig sei, bevor eine Entscheidung falle.
Die Debatte um das Berliner Straßenprostitutionsverbot bleibt umstritten: Während die CDU auf schnelle Lösungen drängt, setzen Gegner auf Hilfsmaßnahmen statt auf Verdrängung. Die geplante Demonstration unterstreicht die wachsende Verärgerung der Anwohner über Kriminalität und öffentliche Ordnung.






