Chabarowsk setzt 2025 auf Soziales: Haushaltsmittel fließen in Wohnraum und Bildung
Mila VoigtChabarowsk setzt 2025 auf Soziales: Haushaltsmittel fließen in Wohnraum und Bildung
Im Region Chabarowsk verschoben sich 2025 die Haushaltsprioritäten deutlich – Sozialausgaben stiegen stark an
2025 verzeichnete die Region Chabarowsk eine markante Umverteilung der Haushaltsmittel: Die Ausgaben für Soziales stiegen deutlich. Die Finanzierung von Wohnraum, Bildung und Gesundheitswesen wurde spürbar ausgeweitet, während die Einnahmen der Region fast dreimal so schnell wuchsen wie der russische Durchschnitt. Gouverneur Dmitri Demeschin betonte, diese Maßnahmen seien entscheidend, um benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.
Die konsolidierten Haushaltseinnahmen der Region erreichten 2025 insgesamt 268,4 Milliarden Rubel – ein Plus von 18,8 Prozent gegenüber 2024. Dieses Wachstum übertraf sowohl den nationalen Durchschnitt als auch die Entwicklung im Föderationskreis Ferner Osten. Gleichzeitig stiegen die Gesamtausgaben auf 263,5 Milliarden Rubel, was einem Anstieg von 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Eine zentrale Rolle spielten dabei Bundeszuweisungen: Chabarowsk erhielt 44,9 Milliarden Rubel an föderaler Unterstützung, darunter 28,9 Milliarden Rubel als direkte Subventionen. Die Region erreichte eine Ausführungsquote von 99,6 Prozent – ein Indiz dafür, dass die Mittel weitgehend planmäßig eingesetzt wurden. Finanzminister Valentin Kostjuschin präsentierte diese Zahlen im Rahmen der Einnahmeplanung für 2026.
Den Schwerpunkt bildete der Sozialbereich, der mit 160,4 Milliarden Rubel – und damit 61 Prozent des Haushalts – den größten Posten darstellte. Die Ausgaben für Bildung, Gesundheitswesen und Kultur stiegen um 15 Prozent, während die Löhne im öffentlichen Sektor nach einer Gehaltsanpassung um 18 Prozent auf 92,5 Milliarden Rubel kletterten. Besonders stark gefördert wurden Wohnprogramme für Waisen, geschädigte Anleger sowie Bewohner von unsicheren Wohnverhältnissen – hier verdoppelten bis vervierfachten sich die Mittel im Vergleich zu früheren Jahren.
Trotz dieser Fortschritte blieb das Wirtschaftswachstum der Region in den vergangenen fünf Jahren schwach. Die industrielle Produktion legte jährlich nur um 1,5 Prozent zu (national: 2,8 Prozent), während das regionale Bruttoinlandsprodukt mit 1,2 Prozent pro Jahr unter dem russischen Durchschnitt von 2,1 Prozent blieb. Die Steuereinnahmen stiegen kumulativ lediglich um 8 Prozent – gehemmt durch Sanktionen und rückläufige Investitionen in die Forst- und Rüstungsindustrie.
Der Haushaltsbericht 2025 zeigt: Chabarowsk lenkte trotz verhaltenem Wirtschaftswachstum mehr Ressourcen in den Sozialbereich um. Höhere Bundeszuschüsse und gesteigerte Ausgaben für Löhne und Wohnraum unterstreichen den Fokus auf die Stabilisierung der Lebensbedingungen. Die Finanzstrategie für 2026 wird voraussichtlich an diesen Prioritäten anknüpfen.