17 March 2026, 01:10

Chile verschärft Grenzsicherheit gegen Kriminalität und illegale Migration

Eine Karte von Chile mit der chilenischen Flagge in der Mitte auf einem weißen Hintergrund.

Chile verschärft Grenzsicherheit gegen Kriminalität und illegale Migration

Chile sieht sich mit einer steigenden Kriminalität konfrontiert, die mit ausländischen Banden – insbesondere aus Venezuela – in Verbindung gebracht wird. Das Problem hat parallel zu einem starken Anstieg undokumentierter Migranten zugenommen, von denen Schätzungen zufolge über 300.000 ohne gültige Papiere im Land leben. Als Reaktion hat Präsident José Antonio Kast entschlossen gehandelt und die Grenzsicherheit verschärft.

Kast übernahm im März das Amt und setzte umgehend den Bau einer Grenzbarriere in die Wege. Das als "Grenzschild" bezeichnete Projekt umfasst Gräben, Zäune sowie Militärpatrouillen, die durch Drohnen unterstützt werden. Mit diesen Maßnahmen sollen illegale Grenzübertritte eingedämmt und die mit undokumentierten Migranten in Verbindung gebrachte Kriminalität reduziert werden.

Die ausländische Bevölkerung Chiles hat sich seit 2017 verdoppelt, wobei viele der Zugewanderten aus Venezuela stammen. Die meisten fliehen vor politischer Unterdrückung und wirtschaftlichem Zusammenbruch. Sicherheitsberichte deuten jedoch darauf hin, dass sich auch organisierte kriminelle Gruppen aus Venezuela im Land etabliert haben – vor allem in den Großstädten. Diese Banden sollen in Drogenhandel, Autodiebstähle und Entführungen verwickelt sein.

Kast hat zudem Notstandsbefugnisse genutzt, um die Abschiebung illegal eingereister Ausländer zu beschleunigen. Seine Regierung gilt als die konservativste Chiles seit der Wiederherstellung der Demokratie 1990. Zwar wurden keine genauen Zahlen zu venezolanischen Kriminellen veröffentlicht, doch räumen die Behörden ein, dass ihr Einfluss auf illegale Aktivitäten seit Mitte der 2010er-Jahre wächst.

Die neue Grenzbarriere und die verschärfte Abschiebepolitik spiegeln Kasts harte Linie in Sachen Migration und Kriminalitätsbekämpfung wider. Die Maßnahmen der Regierung zielen sowohl auf illegale Einreisen als auch auf die im Land aktiven kriminellen Netzwerke ab. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin, während die neuen Regelungen greifen.

Lesen Sie auch:

Quelle