07 April 2026, 20:01

CO₂-Preis spaltet Europa: Frankreich drängt, Deutschland bremst die Energiewende

Deutsche Regierung lehnt Forderungen nach zusätzlicher CO2-Steuer ab

CO₂-Preis spaltet Europa: Frankreich drängt, Deutschland bremst die Energiewende

Die Bepreisung von CO₂ entwickelt sich zu einem zentralen Instrument im europäischen Vorhaben für sauberere Energie. Die jüngsten Steigerungen der CO₂-Kosten im Rahmen des EU-Emissionshandels (EU-EHS) haben bereits begonnen, die Strommärkte umzugestalten. Während einige Länder strengere Maßnahmen befürworten, lehnen andere weitere Änderungen ab.

Im EU-EHS sind die CO₂-Preise stark angestiegen – von 4,38 Euro pro Tonne im Jahr 2020 auf fast 14 Euro im Mai 2021. Analysten warnen, dass sich die Preise bis Ende 2021 verdoppeln könnten. Selbst die effizientesten Kohle- und Braunkohlekraftwerke würden dann kaum noch profitabel arbeiten können.

Frankreich vertritt in der CO₂-Bepreisung eine klare Position. Staatspräsident Emmanuel Macron betont, dass ein Mindestpreis notwendig sei, um Investitionen in saubere Technologien voranzutreiben. Frankreich erhebt bereits eine CO₂-Abgabe von 44 Euro pro Tonne auf Erdölprodukte. Macron hat zudem zusätzliche CO₂-Steuern vorgeschlagen, um die Dekarbonisierung zu beschleunigen und Umweltverschmutzer zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig räumt er ein, dass soziale Maßnahmen die Regionen und Unternehmen unterstützen müssen, die von der Energiewende betroffen sind.

Großbritannien führte 2013 einen CO₂-Mindestpreis ein – mit deutlichen Ergebnissen: Der Marktanteil von Kohle ist stark gesunken, und viele Kraftwerke wurden in direkter Folge geschlossen.

Deutschland hingegen geht das Thema vorsichtig an. Zwar erkennt das Land an, dass eine CO₂-Bepreisung die Emissionen senken kann, doch die neue Große Koalition unter Führung von SPD und CDU lehnt es ab, sich über den EU-Emissionshandel hinaus an weiteren europäischen CO₂-Preisregelungen zu beteiligen. CDU-Vertreter haben unmissverständlich erklärt: "Wir lehnen einen CO₂-Preis ab." Diese Haltung frustriert Befürworter erneuerbarer Energien, die in der Koalition eine Bremse für die Energiewende – den deutschen Ausstieg aus fossilen Energien – sehen. Trotz des Ziels, die CO₂-Emissionen bis 2030 um 60 Prozent zu reduzieren, hat Berlin Macrons Forderung nach einem umfassenderen CO₂-Preis-Mechanismus zurückgewiesen.

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Die Debatte über die CO₂-Bepreisung spaltet die größten Volkswirtschaften Europas. Die steigenden Kosten im EU-EHS setzen die Kohleenergie bereits unter Druck, während Frankreich und Großbritannien auf strengere Regelungen drängen. Deutschland hingegen hält sich an die bestehenden Verpflichtungen – die Klimaziele bleiben bestehen, doch weitere Preisanpassungen werden abgelehnt.

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