Connecticut reformiert Jugendamt nach tödlichen Versäumnissen und Systemfehlern
Hannah RichterConnecticut reformiert Jugendamt nach tödlichen Versäumnissen und Systemfehlern
Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt in Connecticut: Reformgesetz soll systematische Versäumnisse beheben
Das Department of Children and Families (DCF) von Connecticut steht wegen mangelhafter Fallarbeit massiv in der Kritik. Die Kinderschutzbeauftragte des Bundesstaates (Office of the Child Advocate, OCA) veröffentlichte einen öffentlichen Brief, in dem sie schwerwiegende Versäumnisse anprangert – darunter ausgebliebene Hausbesuche und verzögerte Hilfsmaßnahmen. Als Reaktion haben Abgeordnete nun ein umfassendes Reformgesetz auf den Weg gebracht, das die tief verwurzelten Probleme der Behörde angehen soll.
Die Untersuchungen der OCA förderten besorgniserregende Entwicklungen innerhalb des DCF zutage: Sozialarbeiter halten sich demnach zunehmend nicht an Vorgaben, doch Konsequenzen bleiben meist aus. Die Zahl der Hausbesuche bei Kindern in Obhut ist rückläufig, in einigen Fällen warteten Minderjährige Wochen oder sogar Monate auf dokumentierte Unterstützung. Ein besonders erschütternder Fall betraf ein Kind, das sich offenbar nur eine Stunde, nachdem es um eine Unterbringung in einer Pflegefamilie gebeten hatte, das Leben nahm – das DCF hatte entschieden, es bei den Eltern zu belassen.
Die Erkenntnisse alarmierten die Politik, die umgehend Handlungsbedarf sah. Das Reformgesetz H.B. 5004, das das DCF umstrukturieren und stärken soll, passierte das Repräsentantenhaus einstimmig. Die Vorlage sieht schärfere Kontrollen, klarere Abläufe und höhere Mittel für Grundbedürfnisse vor. Zudem schreibt sie vor, dass die Behörde Kinder bevorzugt bei Verwandten unterbringen muss, sofern möglich. Weitere Maßnahmen umfassen strengere Regeln, wenn Schutzbefohlene in andere Bundesstaaten verlegt werden.
DCF-Kommissarin Susan Hamilton räumte den Reformbedarf ein und versprach eine enge Zusammenarbeit mit der OCA und anderen Fürsprechern, um die Bedingungen für Kinder und Familien zu verbessern. Gleichzeitig betonen Aktivisten die Dringlichkeit, Personalmangel zu beheben, Pflegeeltern besser zu unterstützen und Sozialarbeitern die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Das Gesetz stößt auf breite Zustimmung, doch sein Erfolg hängt von der Umsetzung ab. Das DCF muss nun nachweisbare Fortschritte in Fallqualität, Verantwortlichkeit und Kinderschutz vorlegen. Bleiben messbare Verbesserungen aus, wird die Behörde weiter unter Druck von Politik und Interessenverbänden geraten.






