24 April 2026, 14:46

"Der Teufel trägt Prada 2" löst in China Rassismus-Debatte aus

Eine Frau in einem traditionellen chinesischen Kimono mit aufwändigen Mustern, die ihr Haar zu einem Knoten gebunden hat, mit geschlossenen Augen und feinen Gesichtszügen, die ein Blatt Papier mit chinesischer Schrift hält.

"Der Teufel trägt Prada 2" löst in China Rassismus-Debatte aus

Die bevorstehende Veröffentlichung von "Der Teufel trägt Prada 2" hat in China eine Kontroverse über die Darstellung einer asiatischen Figur ausgelöst. Zuschauer kritisieren den Namen Jin Chao, der einigen zufolge wie eine rassistische Beleidigung klingt. Die Debatte hat sich inzwischen zu einer breiteren Diskussion über Hollywoods Darstellung asiatischer Identitäten ausgeweitet.

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Im Mittelpunkt des Streits steht eine asiatische Assistentin namens Jin Chao. Auf chinesischen Social-Media-Plattformen argumentieren Nutzer, der Name ähnele dem abwertenden Begriff "Tsching-Tschang". Die Kritik verbreitete sich rasant, und verwandte Themen verzeichneten bereits Millionen von Aufrufen.

Die Empörung beschränkt sich jedoch nicht auf den Namen. Viele hinterfragen auch das Erscheinungsbild der Figur – mit dick gerandeten Brillengläsern und schlichter Kleidung –, das im Kontrast zur glamourösen Welt des Films steht. Dieser visuelle Gegensatz hat die Vorwürfe verstärkt, Asiat:innen würden in Hollywood-Erzählungen häufig als Außenseiter dargestellt.

Die in Peking ansässige Filmkritikerin Shi Wenxue sieht in der Kontroverse tiefere historische Muster. Sie argumentiert, die Situation spiegle anhaltende orientalistische Tendenzen in der westlichen Erzählkultur wider, in der Asiat:innen oft als das "Andere" stilisiert würden. Die Debatte hat zudem alte Klischees wiederaufleben lassen – vom "Gelben Gefahr"-Stereotyp bis hin zum modernen Mythos der "Muster-Minderheit".

Nicht alle Reaktionen fallen negativ aus. Der Pekinger Internetanalyst Liu Dingding hält die online geäußerte Empörung für übertrieben und weist darauf hin, dass Kritiker möglicherweise den vollständigen Kontext des Films nicht kennen. Dennoch hat sich die Diskussion vor der chinesischen Premiere am 30. April weiter zugespitzt.

Die Kontroverse unterstreicht anhaltende Bedenken hinsichtlich der Darstellung asiatischer Charaktere im globalen Kino. Während der Veröffentlichungstermin des Films unverändert bleibt, hat die Debatte bereits zu einer Reflexion über narrative Macht und kulturelle Sensibilität angeregt. Beobachter warten nun gespannt darauf, wie Publikum und Kritik den Film nach seinem Start in China aufnehmen werden.

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