Deripaska warnt vor Russlands drohender Finanzkrise durch Zinsen und Rubel-Stärke
Emil LangeDeripaska warnt vor Russlands drohender Finanzkrise durch Zinsen und Rubel-Stärke
Der russische Milliardär Oleg Deripaska hat vor einer schweren Belastung für den Staatshaushalt des Landes gewarnt. Er machte hohe Zinssätze, einen starken Rubel und externe Druckfaktoren – darunter ukrainische Drohnenangriffe auf wichtige Energiezentren – für die Entstehung einer Finanzkrise verantwortlich. Als Lösungsvorschläge nannte er radikale Änderungen der Arbeitszeiten und der Geldpolitik.
Deripaska schätzt, dass die Kombination aus hohen Zinsen und einem überbewerteten Rubel den russischen Staatshaushalt bereits mehr als 16 Billionen Rubel (rund 196,6 Milliarden Dollar) gekostet hat. Er kritisierte die Zentralbank dafür, eine Politik zu verfolgen, die die Währung stärkt und die Kreditkosten hoch hält. Stattdessen forderte er eine Abwertung des Rubels auf 105 pro Dollar sowie eine Senkung des Leitzinses auf sechs Prozent.
Der Industrielle argumentierte zudem, Russland stehe vor einer "tiefgreifenden Transformation" und nicht nur vor einem gewöhnlichen Wirtschaftsabschwung. Diese Veränderung sei für das Überleben des Landes entscheidend, so Deripaska, der auf zusätzliche Belastungen wie den Nahostkonflikt verwies, der die globalen Energiepreise in die Höhe treibe. Diese steigenden Kosten könnten die russische Wirtschaft weiter schwächen, warnte er.
Um die finanzielle Belastung zu bewältigen, schlug Deripaska drastische Maßnahmen vor. Er regte an, dass russische Arbeitnehmer einen 12-Stunden-Tag von 8 bis 20 Uhr einführen – inklusive Samstagsarbeit. Dieser Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der ukrainische Drohnenangriffe auf die russische Ölinfrastruktur bis zu 40 Prozent der Exporte des Landes gefährden und so den Haushaltsdruck verstärken.
Deripaskas Warnungen unterstreichen die wachsenden Herausforderungen für die russische Wirtschaft. Zwischen externen Bedrohungen für die Energieexporte und internen geldpolitischen Entscheidungen gerät der Staatshaushalt zunehmend unter Druck. Seine Empfehlungen – falls umgesetzt – würden einen radikalen Bruch mit den aktuellen Wirtschafts- und Arbeitsstandards bedeuten.






