12 June 2026, 16:00

Deutsche Industrie bangt um Lieferketten und Rohstoffe – doch bleibt sie widerstandsfähig

Topmanager fürchten Risiken durch Kriege und Handelskonflikte

Deutsche Industrie bangt um Lieferketten und Rohstoffe – doch bleibt sie widerstandsfähig

Eine neue Studie offenbart wachsende Sorgen unter den Spitzenkräften der deutschen Industrie angesichts der Risiken für ihre Unternehmen. Die vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Auftrag gegebene und vom Allensbach-Institut durchgeführte Untersuchung befragte 154 große Unternehmen des Landes.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

An der Umfrage nahmen Führungskräfte von Firmen teil, die entweder mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen oder mindestens 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Über die Hälfte der Befragten berichtete von erheblichen oder sehr hohen Risiken durch Störungen in Transportwegen, Rohstoffknappheit oder Engpässe bei Vorprodukten. Zudem sieht eine Mehrheit bedeutende Gefahren für die deutsche Industrie durch anhaltende Kriege und Handelskonflikte.

Trotz dieser Bedenken bewerten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer die Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens als eher hoch oder sehr hoch. Rund ein Drittel profitiert derzeit von nationalen oder EU-Förderprogrammen, die darauf abzielen, die wirtschaftliche Resilienz zu stärken. Allerdings kritisierten die meisten das Fehlen von Frühwarnsystemen oder einer effektiven Krisenkommunikation für Unternehmen in Deutschland.

BDI-Präsident Peter Leibinger betonte, dass Unternehmen ihre Lieferketten und Absatzmärkte diversifiziert hätten, um die Verwundbarkeit zu verringern. Als positives Beispiel nannte er Japan, das seine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen reduziert habe. Leibinger forderte die Politik auf, Lageanalysen zu erstellen, diese mit der Wirtschaft zu teilen und Krisenstabstellen sowie Notfallpläne besser zu koordinieren.

Die Studie unterstreicht die doppelte Herausforderung für die deutsche Industrie: Zwar fühlen sich viele Unternehmen gut vorbereitet, doch verlangen sie gleichzeitig mehr Unterstützung und bessere Abstimmung vonseiten der Behörden. Die Ergebnisse zeigen, dass ein verbessertes Krisenmanagement notwendig ist, um den anhaltenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken zu begegnen.

Quelle