Deutsche Welle vor 21 Millionen Euro Kürzungen – Proteste gegen "politischen Wahnsinn"
Lina SeidelDeutsche Welle vor 21 Millionen Euro Kürzungen – Proteste gegen "politischen Wahnsinn"
Die Deutsche Welle steht bis 2026 vor Kürzungen in Höhe von 21 Millionen Euro – trotz jüngster Mittelaufstockungen. Die Entscheidung hat scharfe Kritik von Medienfachleuten, Künstlern und Gewerkschaften ausgelöst. In Berlin kam es zu Protesten, bei denen Gegner warnten, der Schritt könnte die globale Strahlkraft des Senders schwächen.
Die deutsche Bundesregierung hatte den Etat der Deutschen Welle für 2025 um 15 Millionen Euro auf 425 Millionen Euro erhöht. In den vergangenen acht Jahren war die Bundesförderung für den Auslandsrundfunk um fast 100 Millionen Euro gestiegen. Dennoch stößt die geplante Kürzung bis 2026 auf heftigen Widerstand.
Barbara Massing, Intendantin der Deutschen Welle, bezeichnete die Einschnitte als "äußerst schmerzhaft" und warnte, sie würden die Wettbewerbsfähigkeit der Anstalt untergraben. Der Bildhauer Jacques Tilly verglich die Entscheidung mit den Kürzungen des früheren US-Präsidenten Donald Trump beim Sender Voice of America und nannte sie ein "politisches Wahnsinnsunterfangen". Solche Maßnahmen würden "liberale Grundfesten" in die Defensive drängen, so Tilly.
Die Gewerkschaft Verdi warnte, die Kürzungen könnten die internationale Reichweite der Deutschen Welle verringern, "während die Stimmen der Desinformation lauter werden". Mika Beuster, Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), behauptete, von der Maßnahme würden Autokraten wie Wladimir Putin profitieren. Demonstranten in Berlin unterstrichen diese Botschaft mit einer Prozession, bei der sie eine Puppe mit den Zügen Putins, Trumps und eines iranischen Ajatollahs mitführten.
Die Haushaltskürzung folgt auf Jahre des finanziellen Wachstums für die Deutsche Welle. Kritiker befürchten, die Einschnitte würden ihre Fähigkeit schwächen, gegen Desinformation vorzugehen, und ihre internationale Präsenz verringern. Der Sender steht nun vor der Herausforderung, mit weniger Mitteln seine Reichweite zu halten.






