31 March 2026, 00:02

Digitale Gewalt gegen Frauen: Warum Deutschland jetzt handeln muss

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon an einem Rednerpult, wahrscheinlich zur Genehmigung eines Gesetzes zur Internet-Sperre.

Digitale Gewalt gegen Frauen: Warum Deutschland jetzt handeln muss

Digitale Gewalt gegen Frauen wird in Europa zu einem drängenden Problem – Aktivistinnen fordern strengere gesetzliche Maßnahmen. In Deutschland hat die Journalistin Collien Fernandes kürzlich ihre eigenen Erfahrungen mit gefälschten Profilen, Deepfakes und Online-Belästigung öffentlich gemacht. Ihr Fall hat eine Debatte über notwendige Reformen ausgelöst, da Expertinnen und Experten auf Schutzlücken und unklare Zuständigkeiten zwischen Behörden und Tech-Konzernen hinweisen.

Wie Fernandes im Spiegel berichtete, waren unter ihrem Namen gefälschte Profile mit manipulierten Fotos, Videos und expliziten Inhalten erstellt worden. Die Reaktion auf ihre Schilderungen war unmittelbar: Zehntausende solidarisierten sich mit ihr und forderten bessere Schutzmechanismen. Fernandes betonte, dass digitale Gewalt keineswegs nur Prominente betreffe – Millionen Frauen seien täglich Belästigungen ausgesetzt, melden diese aber oft nicht.

Bei einer aktuellen Diskussion kritisierten Fernandes und die Journalistin Caren Miosga die zögerliche Haltung Deutschlands im Kampf gegen das Problem. Miosga bezeichnete digitale Gewalt als systemisches Versagen, bei dem die Verantwortung zwischen Plattformen, Polizei und Justiz verschwimme. Justizministerin Stefanie Hubig räumte ein, dass dringend Reformen und eine stärkere Opferunterstützung nötig seien.

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Als Vorbild nannte Fernandes Spanien, wo die Regierung im Januar 2024 einen Gesetzentwurf vorlegte, der nicht einvernehmliche, KI-generierte Deepfakes verbietet und Verstöße mit Bußgeldern bis zu 2.000 Euro ahndet. Anfang 2024 waren bereits über 4.000 elektronische Fußfesseln im Rahmen des Schutzsystems VioGén2 im Einsatz. Zudem wurden Staatsanwälte angewiesen, Plattformen wie X, Meta und TikTok auf KI-gestützten Missbrauch von Kindern zu überprüfen. Diese Maßnahmen entsprechen der EU-Richtlinie RL 2024/1385, die von den Mitgliedstaaten verlangt, nicht einvernehmliche intime Aufnahmen und Deepfakes bis Juni 2027 unter Strafe zu stellen.

Fernandes forderte klare rechtliche Rahmenbedingungen, verlängerte Meldefristen sowie verpflichtende Schulungen für Polizei und Richterschaft. Zudem setzte sie sich für Präventionsprogramme an Schulen und schärfere Strafen zur Abschreckung ein. Ohne diese Änderungen, warnte sie, werde digitale Gewalt weiter ungebremst zunehmen.

Die Debatte in Deutschland knüpft an Spaniens proaktiven Ansatz an, wo bereits jetzt rechtliche Sanktionen, Plattformkontrollen und Opferschutzsysteme greifen. Fernandes' Fall hat das Thema erneut in den Fokus gerückt – mit der Forderung nach konkreten Reformen statt vager Versprechen. Die Behörden stehen nun unter Druck, Zuständigkeiten zu klären, Strafen durchzusetzen und sicherzustellen, dass Betroffene schnell Hilfe erhalten.

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