Dreispitzpassagen in Berlin: Abriss für 44 neue Wohnungen geplant
Berlins Einkaufspassage Dreispitzpassagen an der Friedrichstraße könnte bald verschwinden. Die Bundesregierung, der das seit Jahren defizitäre Objekt gehört, erwägt einen Abriss, um Platz für neuen Wohnraum zu schaffen. Geplant sind 44 Wohnungen auf dem Gelände – ein radikaler Wandel für diesen seit langem problematischen Standort.
Die in den mittleren 1990er-Jahren erbaute Passage wurde in einen bestehenden DDR-Wohnkomplex zwischen Reinhardtstraße und Claire-Waldoff-Straße eingefügt. Doch ihre Lage zog nie größere Menschenmengen an, sodass sie jahrelang mit hohen Leerständen kämpfte. Trotz verschiedener Belebungsversuche bleibt die Dreispitzpassagen das unpopulärste Einkaufszentrum Berlins und landet in Umfragen zur Besucherzufriedenheit stets auf dem letzten Platz.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) will nun die Zukunft des Standorts neu denken. Aktuell wird diskutiert, die Passage abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Umgestaltung würde nicht nur 44 Wohnungen schaffen, sondern auch die bestehende Wohnanlage verdichten und den Innenhof neu ordnen.
Ein Abriss würde zudem ein schwieriges Kapitel der Nachwende-Architektur beenden. Die Passage galt mit ihrer schlechten Wirtschaftlichkeit und ihrem wenig ansprechenden Design längst als Symbol gescheiterter Stadtplanung.
Sollten die Pläne genehmigt werden, würde sich ein seit langem vernachlässigter Abschnitt der Friedrichstraße grundlegend verändern. Die Neubebauung brächte dringend benötigten Wohnraum und beseitigte zugleich einen seit Jahren kämpfenden Handelsstandort. Die Entscheidung der Bundesregierung wird zeigen, ob der Ort seine problematische Vergangenheit endlich hinter sich lassen kann.






