Düngemittelknappheit 2026: Blockaden und Preisschock erschüttern globale Märkte
Emil LangeDüngemittelknappheit 2026: Blockaden und Preisschock erschüttern globale Märkte
Weltweite Düngemittelmärkte im März 2026 von schweren Lieferengpässen betroffen
Im März 2026 gerieten die globalen Düngemittelmärkte durch die Blockade wichtiger Handelsrouten in massive Turbulenzen. Eine Sperre der Straße von Hormus legte nahezu ein Drittel der weltweiten Harnstoffexporte sowie 15 Prozent der Phosphatdünger lahm. Gleichzeitig brachen die russischen Düngemittellieferungen stark ein, was die Versorgungsengpässe verschärfte und die Preise in die Höhe trieb.
Durch die Blockade der Straße von Hormus wurden lebenswichtige Lieferungen aus dem Persischen Golf unterbunden. In der Folge blieben etwa 3,5 Millionen Tonnen Harnstoff, 1,2 Millionen Tonnen Phosphatdünger und 500.000 Tonnen Ammoniumnitrat gestrandet. Andrei Gurjew, Chef des russischen Düngemittelproduzentenverbands, warnte, dass das Fehlen alternativer Transportwege eine "höchst besorgniserregende" Lage für die globale Versorgung geschaffen habe.
Die Preise reagierten prompt auf die Knappheit. Bis Ende März stiegen die Kosten für Phosphatdünger um 15 Prozent auf 775 US-Dollar pro Tonne, während der Harnstoffpreis auf dem Baltikum-Markt um fast 40 Prozent auf 650 bis 700 US-Dollar pro Tonne kletterte.
Russland, als zweitgrößter Düngemittelproduzent und größter Exporteur der Welt, verzeichnete uneinheitliche Liefertrends: Während die Phosphatausfuhren im Vergleich zum März 2025 um 15 bis 20 Prozent stiegen, gingen die Harnstoffexporte um 4 Prozent zurück, und die Ammoniumnitrat-Lieferungen brachen sogar um 27 Prozent ein. Im Jahr 2025 hatte das Land insgesamt 65,5 Millionen metrische Tonnen Düngemittel produziert und 45 Millionen exportiert – ein Anteil von 19 Prozent am weltweiten Handel.
Die kombinierte Wirkung der blockierten Golf-Lieferungen und der reduzierten russischen Exporte hat zu einem Mangel von Millionen Tonnen an Schlüsseldüngemitteln geführt. Angesichts stark steigender Preise müssen Landwirte und Abnehmer nun mit deutlich höheren Kosten rechnen, während sich die Versorgungskrise weiter zuspitzt.






