Düngemittelknappheit bedroht globale Ernten nach Hormus-Blockade durch den Iran
Mila VoigtDüngemittelknappheit bedroht globale Ernten nach Hormus-Blockade durch den Iran
Landwirte weltweit kämpfen mit einem schweren Düngemittelmangel, nachdem der Iran Ende Februar 2026 die Straße von Hormus blockiert hat. Die Krise hat die Lieferketten aus dem Golf unterbrochen und viele Bauern ohne essenzielle Nährstoffe für ihre Ernten zurückgelassen. Besonders betroffen sind Entwicklungsländer, vor allem in Afrika und Asien.
Die Blockade hat etwa 30 % des weltweiten Harnstoffhandels lahmgelegt und zu einem drastischen Mangel an Stickstoff- und Phosphatdüngern geführt. Länder wie Äthiopien, das über 90 % seines Stickstoffbedarfs aus dem Golf bezieht, sehen sich nun mit kritischen Versorgungslücken konfrontiert. Frühe heftige Regenfälle in Afrika haben die Lage verschärft und den Landwirten kaum Zeit gelassen, die Felder vor der Aussaat vorzubereiten.
Auch in den USA und Europa sind die Auswirkungen bereits spürbar: Steigende Kosten setzen die Bauern unter Druck, die ohnehin mit sinkenden Getreidepreisen zu kämpfen haben. Zwar liegen die Düngemittelpreise unter den Rekordwerten nach Russlands Angriff auf die Ukraine, doch die schwächeren Erlöse aus dem Getreideverkauf erschweren es den Landwirten, ihre Ausgaben zu decken. Auch Asien wird voraussichtlich bald die Folgen zu spüren bekommen.
Große Produzenten wie China und Russland konzentrieren sich auf ihre Binnenmärkte und bieten kaum Entlastung für das globale Defizit. Ohne Gegenmaßnahmen droht der Mangel zu geringeren Ernten und höheren Lebensmittelpreisen für Verbraucher weltweit zu führen.
Regierungen könnten durch Subventionen, die Förderung der heimischen Düngemittelproduktion oder Exportkontrollen den Druck auf die Landwirte verringern. Bleibt jedoch alles beim Alten, könnte der Mangel zu geringeren Erträgen und steigenden Preisen im Supermarkt führen. Die Krise zeigt, wie abhängig viele Regionen nach wie vor von einer einzigen Handelsroute für lebenswichtige Agrarressourcen sind.






