Dunkelflauten gefährden Deutschlands Energiewende – jetzt droht eine 80-Prozent-Lücke
Lina SeidelDunkelflauten gefährden Deutschlands Energiewende – jetzt droht eine 80-Prozent-Lücke
Deutschlands Vorstoß für erneuerbare Energien ist auf ein großes Hindernis gestoßen: In Phasen mit wenig Wind und Sonne – sogenannte „Dunkelflauten“ – decken Solar- und Windkraft weniger als 10 Prozent des Strombedarfs des Landes. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz fordert nun dringend Maßnahmen, um diese Lücke zu schließen.
2025 erlebte Deutschland eine solche „Dunkelflaute“, die über 200 Stunden anhielt. Selbst mit den aktuellen Fortschritten bei Batteriespeichern konnte der Engpass nicht ausgeglichen werden. Zwar hat sich die Speichertechnologie verbessert – sie hält mittlerweile bis zu acht Stunden durch –, doch für längere Phasen mit geringem Ökostromaufkommen reicht das nicht aus.
Die Bundesregierung bereitet daher ein Gesetz vor, um den Bau neuer Gaskraftwerke zu beschleunigen. Noch in diesem Jahr soll eine Ausschreibung für eine Kapazität von 10 Gigawatt folgen. Bisher dauerten Planung und Genehmigung solcher Anlagen jedoch in der Regel vier Jahre oder länger.
Stefan Kapferer, seit 2019 Vorstandsvorsitzender von 50Hertz, ist für das Stromnetz in Berlin, Hamburg und Ostdeutschland verantwortlich. Sein Unternehmen warnt, dass selbst in fünf bis zehn Jahren erneuerbare Energien in diesen Schwachwind- und Sonnenarmen Phasen nur 20 Prozent des Bedarfs decken könnten. Damit bliebe eine Versorgungslücke von 80 Prozent.
Die Regierung will das neue Gesetz noch vor der Sommerpause verabschieden. Gelingt dies, könnte die erste Welle der Gaskraftwerke dazu beitragen, die Energieversorgung Deutschlands zu stabilisieren. Doch der Zeitplan für Bau und Genehmigung bleibt eine Herausforderung.






