Egan-Jones wirft SEC vor, Ruf mit "brandgefährlichen Vorwürfen" zu schädigen
Mila VoigtEgan-Jones wirft SEC vor, Ruf mit "brandgefährlichen Vorwürfen" zu schädigen
Die Ratingagentur Egan-Jones hat der US-Börsenaufsicht SEC vorgeworfen, schädliche Behauptungen über ihr Geschäft aufgestellt zu haben. Der Streit dreht sich um einen Bescheid der SEC, in dem die Fähigkeit des Unternehmens infrage gestellt wird, Ratings mit der gebotenen Integrität zu erstellen. Egan-Jones fordert nun eine Richtigstellung dessen, was es als "brandgefährliche Vorwürfe" bezeichnet – Behauptungen, die seinem Ruf und Geschäftsbetrieb schaden könnten.
Der Konflikt nahm seinen Anfang, als die SEC den Antrag von Egan-Jones prüfte, seine Aktivitäten auf neue Schuldtitelklassen auszuweiten. In ihrem Bescheid äußerte die Behörde Bedenken, ob das Unternehmen "durchgehend Kreditratings mit der erforderlichen Integrität" erstellen könne. Zudem verwies die SEC auf "nicht öffentliche Informationen", die Zweifel daran weckten, ob Egan-Jones die gesetzlichen Anforderungen für anerkannte Ratingagenturen erfülle.
Egan-Jones, 1995 gegründet, hat sich zu einem wichtigen Akteur im Markt für Privatkredite entwickelt. Allein 2021 bewertete die Agentur über 3.000 Transaktionen. Ihr Status als landesweit anerkannte statistische Ratingorganisation ermöglicht es Versicherern, sich für regulatorische Kapitalanforderungen auf ihre Bewertungen zu stützen.
In einem Schreiben konterte die Agentur scharf: Die Formulierungen der SEC könnten fälschlicherweise als Bedrohung für ihre gesamte Zulassung interpretiert werden – und nicht nur für die Expansionspläne. Egan-Jones warnte, die Wortwahl könnte den Eindruck erwecken, ihre Akkreditierung stehe auf dem Prüfstand und drohe entzogen zu werden. Die Vorwürfe nannte das Unternehmen ungerechtfertigt und forderte eine umgehende Richtigstellung, um weitere Reputationsschäden zu verhindern.
Die SEC hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Schreiben geäußert. Vergleichbare regulatorische Maßnahmen gegen andere große Ratingagenturen wie Moody's oder S&P wegen angeblicher Integritätsmängel sind nicht dokumentiert.
Egan-Jones bleibt ein zentraler Anbieter von Ratings für Privatkredite, doch der Bescheid der SEC hat Unsicherheit geschaffen. Die Forderung nach einer Korrektur unterstreicht, welche Folgen behördliche Formulierungen für das Geschäft haben können. Der Ausgang dieses Streits könnte künftig prägen, wie Ratingagenturen mit der SEC in Zulassungsverfahren zusammenarbeiten.






