Erlangen verbietet Partyhymnen auf der Bergkirchweih wegen Sexismus-Vorwürfen
Lina SeidelErlangen verbietet Partyhymnen auf der Bergkirchweih wegen Sexismus-Vorwürfen
Die Stadtverwaltung Erlangen hat eine Liste bekannter Partyhymnen für das diesjährige Bergkirchweih-Volksfest verboten. Der Beschluss folgt einer Beschwerde über aggressives Verhalten und als sexistisch eingestufte Songtexte. Fast eine Million Besucher werden zu der diesjährigen Veranstaltung erwartet.
Auslöser war der Vorfall einer Frau, die im vergangenen Jahr belästigt worden war und sich durch die gespielte Musik unwohl fühlte. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, als „problematisch“ eingestufte Lieder. Titel wie Skandal im Sperrbezirk sowie Stücke von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel landeten auf der schwarzen Liste.
Bereits 2021 hatte der Stadtrat Position bezogen und Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilt. Diesmal unterstützten CSU, Linke und SPD die Maßnahme. Gastwirte zeigen sich jedoch skeptisch gegenüber dem Index, und manche Künstler zögern nun, unter den neuen Regeln in Deutschland aufzutreten.
Ziel des Verbots ist es, ein sicheres Umfeld auf dem Fest zu schaffen. Die Veranstalter werden künftig auf Lieder verzichten, die als sexistisch oder frauenfeindlich gelten. Die Entscheidung spiegelt die anhaltenden Debatten über Musik, Einverständnis und öffentliche Veranstaltungen in Deutschland wider.






