ETA-Gefangene in Spanien: Rückgang auf unter 150 nach Ende der Zerstreuungspolitik
Hannah RichterETA-Gefangene in Spanien: Rückgang auf unter 150 nach Ende der Zerstreuungspolitik
Die Zahl der ETA-Gefangenen in Spanien ist seit der Auflösung der bewaffneten Gruppe im Jahr 2018 stark zurückgegangen. In den vergangenen sieben Jahren wurden über 200 Häftlinge entlassen, wodurch sich ihre Gesamtzahl von etwa 380 auf knapp über 130 verringert hat. Dieser Rückgang geht mit tiefgreifenden Änderungen in der Gefängnispolitik und dem Ende einer jahrzehntelangen Zerstreuungsstrategie einher.
Die ETA erklärte 2018 offiziell ihre Auflösung, was den Beginn erheblicher Veränderungen in der Inhaftierung ihrer Mitglieder markierte. Zuvor waren die Gefangenen im Rahmen einer über 30 Jahre andauernden Zerstreuungspolitik in ganz Spanien verteilt untergebracht. Bis 2023 wurde diese Praxis beendet, und die Häftlinge wurden in Justizvollzugsanstalten im Baskenland und in Navarra verlegt.
2021 ging die Gefängnisverwaltung auf die baskische Regierung über, was den Prozess weiter beschleunigte. Seither ist der Anteil der ETA-Gefangenen, die unter verschärften Haftbedingungen inhaftiert sind, spürbar gesunken. Da viele Strafen ihrem Ende entgegengehen, wird erwartet, dass sich der rückläufige Trend bei den Gefangenzahlen fortsetzt.
Trotz dieser Entwicklungen bleiben ungelöste Fragen Gegenstand der Debatte. Themen wie die Anerkennung der Opfer und die Aufklärung vergangener Anschläge sind weiterhin präsent in der öffentlichen Diskussion. Allerdings scheint die spanische Gesellschaft insgesamt weniger mit diesen Themen beschäftigt zu sein als in früheren Jahren.
Aktuell beläuft sich die Gesamtzahl der ETA-Gefangenen auf etwas mehr als 130 – ein deutlicher Rückgang gegenüber den fast 400 Häftlingen im Jahr 2018. Mit der weiteren Verbüßung von Strafen wird diese Zahl voraussichtlich weiter sinken. Gleichzeitig bleiben Fragen zum Erbe der Gruppe und den Bedürfnissen der Opfer Teil der anhaltenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung.






