25 April 2026, 08:51

EU-Chemikalienverbote verzögern sich – giftige Stoffe bleiben länger erlaubt

Ein gut sortierter Supermarktgang mit verschiedenen Lebensmitteln und Getränken auf den Regalen, darunter Flaschen, Schachteln und Preisschilder.

EU-Chemikalienverbote verzögern sich – giftige Stoffe bleiben länger erlaubt

EU-Vorstoß zum Verbot gefährlicher Chemikalien stockt – giftige Stoffe bleiben länger im Umlauf

Die Bemühungen der EU, gefährliche Chemikalien zu verbieten, verzögern sich deutlich – mit der Folge, dass schädliche Substanzen länger auf dem Markt bleiben als geplant. Die im April 2022 gestartete "Beschränkungs-Roadmap" sollte Verbote im Rahmen des REACH-Chemikalienrechts beschleunigen, doch bei vielen zentralen Vorhaben stockt der Fortschritt.

Im Fokus der Roadmap stehen 22 priorisierte Stoffe, darunter PFAS ("Ewigkeitschemikalien"), Blei, Bisphenole und Flammschutzmittel, die in Alltagsprodukten enthalten sind. Einige Einschränkungen sind bereits in Kraft getreten, etwa Verbote für PFAS in Löschschaum, Blei in PVC-Kunststoffen und bestimmte Chemikalien in Tontauben für den Schießsport. Doch größere Regelungsvorhaben – etwa zu Textilien, Möbeln, Kosmetikverpackungen und Kinderprodukten – harren weiterhin einer Lösung.

Vier Jahre nach dem Start hat sich das Verfahren deutlich verlangsamt: Sieben Fälle wurden noch nicht einmal in das regulatorische System eingebracht, sieben weitere stecken effektiv fest. Im Schnitt verzögern sich die Entscheidungen um zwei Jahre – und halten so schädliche Chemikalien länger in Umlauf. Ein aktueller Bericht führt die Verzögerungen bei nur sechs blockierten Vorhaben auf fast 100.000 Tonnen zusätzliche Umweltbelastung zurück.

Umweltschutzorganisationen warnen, dass die Stockungen das öffentliche Vertrauen in die EU-Klimaschutzziele untergraben. Besonders betroffen sind Spaniens Landwirtschafts- und Küstenregionen, wo Blei aus Fischereiausrüstungen und langlebige Chemikalien die marinen Ökosysteme belasten. Die nächste große Hürde wird die EU-weite Entscheidung über PFAS sein – eine politische Endabstimmung wird frühestens für Ende 2026 erwartet.

Die Verzögerungen bedeuten, dass gefährliche Chemikalien weiterhin auf den Markt gelangen – entgegen den ursprünglichen Zielen der Roadmap. Solange zentrale Beschlüsse ausstehen, bleibt ungewiss, ob die EU ihre Chemikalienkontrollen tatsächlich verschärfen kann. Die endgültige PFAS-Entscheidung 2026 wird zum Lackmustest für die Wirksamkeit des Systems.

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