15 April 2026, 18:36

EU prüft Frankreichs 72,8-Milliarden-Pläne für sechs neue Atomreaktoren

Eine Europakarte mit dem Logo der Europäischen Umweltagentur in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU prüft Frankreichs 72,8-Milliarden-Pläne für sechs neue Atomreaktoren

Die Europäische Kommission (EK) prüft derzeit, ob die geplante finanzielle Förderung Frankreichs für sechs neue Kernreaktoren mit den EU-Beihilferegeln vereinbar ist. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht ein 72,8 Milliarden Euro schweres Projekt, das die Energiesicherheit stärken und die Emissionen senken soll. Französische Behörden hatten das ehrgeizige Vorhaben Anfang 2022 angekündigt; der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

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Präsident Emmanuel Macron hatte den Ausbau der Kernenergie im Februar 2022 vorgestellt. Das Projekt umfasst sechs EPR2-Reaktoren, eine Druckwasser-Reaktorbauart des staatlichen Energiekonzerns EDF in Zusammenarbeit mit Framatome, die Lehren aus früheren Modellen einbezieht. Gemeinsam sollen sie fast 10 Gigawatt Strom erzeugen, wobei die Inbetriebnahme zwischen 2038 und 2044 erfolgen soll.

Die von der Regierung vorgeschlagene Unterstützung umfasst ein subventioniertes Darlehen, einen zweiseitigen Differenzvertrag (Contract for Difference) sowie einen Risikoteilungsmechanismus. EDF wird das Vorhaben über eine eigens gegründete Tochtergesellschaft umsetzen. Allerdings hatte die EK in einer ersten Bewertung Bedenken geäußert, ob die Beihilfe verhältnismäßig ist und die Steuerzahler nicht übermäßig belastet.

Die Aufsichtsbehörden werden nun prüfen, ob die Förderung effizientes Wirtschaften anregt, Marktverzerrungen begrenzt und den Staat nicht unangemessen belastet. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 72,8 Milliarden Euro (umgerechnet etwa 84,4 Milliarden US-Dollar).

Die Entscheidung der EK wird zeigen, ob Frankreichs Kernkraftinvestitionen mit den EU-Wettbewerbsregeln im Einklang stehen. Bei einer Genehmigung könnten die Reaktoren eine Schlüsselrolle in der Energiewende des Landes und bei den Dekarbonisierungszielen der EU spielen. Ein endgültiger Beschluss wird nach einer weiteren Bewertung der Struktur und der Auswirkungen der Beihilfe erwartet.

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