Ex-Linke brechen mit ihren Idealen: Eine Anthologie der politischen Abkehr
Mila VoigtEx-Linke brechen mit ihren Idealen: Eine Anthologie der politischen Abkehr
Im Kohlhammer Verlag ist eine neue Anthologie mit dem Titel "Wenn das Denken die Richtung wechselt: Warum wir nicht mehr links sind" erschienen. Das Buch vereint Essays ehemaliger linker und grüner Aktivisten, die sich heute von ihren früheren politischen Überzeugungen distanzieren. Viele der Autoren zählten einst zu den prägenden Figuren sozialistischer und revolutionärer Bewegungen.
Herausgegeben wurde der Band von Ulli Kulke und Reinhard Mohr. Die Sammlung enthält persönliche Schilderungen ideologischer Wandlungsprozesse, darunter auch provokante Titel wie "Wie ich zum Faschisten wurde", die die radikale Abkehr der Autoren von ihren früheren Ansichten widerspiegeln.
Zu den bekanntesten Beiträgern zählen der Satiriker Dieter Nuhr, die Journalisten Henryk M. Broder und Harald Martenstein sowie der ehemalige Grüne-Politiker Hubert Kleinert. Auch der Ex-SPD-Minister Mathias Brodkorb ist mit einem Essay vertreten und bereichert so den Mix aus politischen und kulturellen Stimmen in dem Band.
Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig: Über zehn Verlage lehnten das Manuskript ab, bevor sich der Kohlhammer Verlag zur Veröffentlichung bereit erklärte. Leopold Freiherr von und zu Weiler, Verleger beim Kohlhammer Verlag, bezeichnete das Projekt als persönlich bedeutsam.
Die Buchpräsentation fand in "Das Stue", einem Luxushotel im Berliner Tiergarten, statt. Die Veranstaltung markierte die Veröffentlichung einer Anthologie, die untersucht, wie ehemalige Linke – darunter viele einstige 68er – sich in Richtung liberal-konservativer oder systemkritischer Positionen bewegt haben. Ihre Texte zeichnen einen Weg nach, der von revolutionären Idealen der 1970er- und 1980er-Jahre zu einer kritischen Haltung gegenüber der heutigen politischen Landschaft führt.
Statt ihre alten Überzeugungen einfach aufzugeben, stellen die Autoren sie nun offen infrage. Einige Beiträge sind bewusst provokant gehalten und hinterfragen die Annahmen, die sie einst vertraten. Die Anthologie präsentiert diese Wandlungen nicht als Einzelschicksale, sondern als Teil eines breiteren Trends unter ehemaligen linken Intellektuellen.
Das Buch bietet einen seltenen Einblick in politische Transformationsprozesse aus der Perspektive jener, die einst die linke Bewegung prägten. Ihre Essays stehen heute als Dokument ideologischer Umbrüche – als Zeugnis davon, wie ehemalige Aktivisten ihre Ansichten neu bewertet haben. Die Anthologie ist im Kohlhammer Verlag erschienen und gibt Lesern mit diesen persönlichen und politischen Berichten einen direkten Zugang zu diesen Entwicklungen.
Full List of 12 Contributors Revealed
The anthology features 12 contributors, expanding beyond the five named in the original report. Additional authors include Ulrike Ackermann, Monika Gruber, Antonia Grunenberg, Monika Maron, Andreas Rebers, Samuel Schirmbeck, and Peter Schneider. These additions highlight the diverse range of voices documenting ideological shifts from left-wing activism to liberal-conservative or critical stances.






